Durchführung von Versuchen mit einer Ölsaugleitung

einer Ölfeuerungsanlage

im Rahmen der praktischen Fachkunde

Auszug einer Unterrichtsübung im Rahmen meiner Lehrerprüfung 1978

mit den Schülern einer Mittelstufe der Zentralheizungs- und Lüftungsbauer,

die in der Landesberufsschule Garding durchgeführt wurde.

Die schlechte Qualität der Seiten bitte ich zu entschuldigen. Die Seiten wurden noch mit Spiritusmatrizen erstellt

 

Bruno Bosy

 

    

Bei einem Unterdruck (Vakuum) unter - 0,3 bar beginnt extraleichtes Heizöl (Heizöl EL) in der Saugleitung auszugasen. In den meisten Fällen wird das Ergebnis dieser Ausgasung erst im Ölfilter oder anhand einer Brennerstörung bemerkt. Und hier werden die Blasen oftmals als Luftblasen angesehen. Erst nach der Messung mit einem Vakuummeter kann genau festgestellt werden, ob es sich um Luft oder Gas handelt. In beiden Fällen führen die Luft- bzw. Gasblasen zu einer Verminderung der Ölmenge, wodurch es zu einer Brennerstörung führen kann.


"Toc-Duo" Heizölfilter-Entlüfter-Kombination
Quelle: Oventrop

Auch eine Heizölfilter-Entlüfter-Kombination kann nicht verhindern, dass die Ölmenge, die zum Filter kommt, durch die Ausgasung in der Saugleitung geringer wird. Hier können nur die Gase automatisch entlüftet werden, also wird nur eine Blockierung durch eine Luft-/Gasblase verhindert.

Damit der Unterdruck in der Saugleitung nicht zu niedrig ist bzw. wird, muss die Leitung richtig ausgelegt werden und die Ölfeuerungsanlage regelmäßig gewartet (Fußventil, Saugarmatur, Antihebereinrichtung, Leitung, Filter) werden.
Nach der DIN 4755 darf der Unterdruck der Saugleitung - 0,4 bar (bei Neuinstallationen) nicht überschreiten. In der Praxis geht man von einem Wert von höchstens - 0,3 bar aus. Auch die Höhenlage des Ortes der Anlage hat einen Einfluss auf die Auslegung der Leitung. Die Saugfähigkeit der Brennerpumpe reduziert sich infolge des geringen Luftdrucks und der Unterdruck muss entsprechend beachtet werden. Die Gefahr des Ausgasens des Heizöles vergrößert sich.
Die Fließgeschwindigkeit in der Saugleitung sollte zwischen 0,2 und 0,5 m/s liegen, da im Heizöl Luftanteile gelöst sein können. Durch das Ansaugen des Heizöls aus dem Tank entsteht je nach der vorhandenen Saughöhe, des Durchmessers der Leitung und den Bauteilen in der Ölleitung ein Unterdruck. Luftanteile können austreten und leichtflüchtige Ölbestandteile ausgasen. Diese kleinen Luft- und Gasbläschen müssen gleichmäßig mitgefördert werden. Bei einer zu geringen Strömungsgeschwindigkeit werden die Bläschen nicht sicher mitgefördert. So können sich Luftansammlungen in hoch liegenden Leitungsabschnitten bilden. Eine große Luft-/Gasblase kann zum Brenner gelangen und dort zu Störungen führen (Kleinstanlagen ohne Heizölentlüfter) oder eine Luft-/Gasansammlung kann den Durchfluss vermindern oder blockieren.

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