Bewertungen von Wärmepumpen

Geschichte der Sanitär-, Heizungs-, Klima- und Solartechnik
Abkürzungen im SHK-Handwerk
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Arbeitszahl - Jahresarbeitszahl
Die Arbeitszahl ßa (Jahresarbeitszahl) beschreibt die Effizienz von Elektrowärmepumpen über einen längeren Zeitraum (ein Jahr). Dabei wird die abgegebene Nutzarbeit zur aufgewendeten Antriebsarbeit (auch die Pumpen auf der Wärmequellenseite) ins Verhältnis gesetzt.
Im Gegensatz zur Leistungszahl, die unter vorgegebenen Betriebsbedingungen (Temperaturen) ermittelt wird, stellen sich diese Größen bei der Arbeitszahl durch den praktischen Betrieb im System ein. Dadurch ist die JAZ eine aussagekräftigere Beschreibung der Effizienz der oberflächennahen Erdwärmenutzung durch Elektrokompressorwärmepumpen.
Bei Grundwasserwärmepumpen liegen die Jahresarbeitszahlen bei ß 4,0 bis 4,5, bei Erdreichwärmepumpe ß = 3,8 bis 4,3 erreichen. Bei Direktverdampfung kann die JAZ 10 bis 15 % höher liegen.
Eine hohe Arbeitszahl wird durch eine ausreichende Dimensionierung der Wärmequellenanlage und eine möglichst niedrige Vorlauftemperatur der Wärmenutzungsanlage (< 35 °C) erreicht.
Jahresarbeitszahl: Fachmännisch gerechnet oder gemessen
Jahresaufwandszahl
Neuerdings wird die Jahresaufwandszahl eWP als Kenngröße verwendet. Die VDI 4650 setzt dabei den in ein System hineingegebenen Aufwand ins Verhältnis zu dem erzielten Nutzen (Wärmebedarf). Die Jahresaufwandszahl eWP ist im Prinzip der Kehrwert der Jahresarbeitszahl ßa. Durch die VDI 4650 kann die auf einem Prüfstand gemessenen Leistungszahl die Jahresaufwandszahl für eine Wärmepumpenanlage vorausgesagt werden.
Die Formel für Berechnung einer erdgekoppelten Elektrowärmepumpe, die nur die Raumheizung versorgt, lautet nach VDI 4650, Bl. 1:

Ob dieses Verfahren bzw. die angegebenen Tabellenwerte eine zuverlässige Aussage ermöglichen, muss sich in der Praxis der kommenden Jahre zeigen.
Leistungszahl
Die Leistungszahl eN ist ein Wert, der zu einer bestimmten Zeit vorhanden ist. Er wird unter Normbedingungen auf einem Prüfstand ermittelt. Sie beschreibt das Verhältnis der bei bestimmten Betriebsbedingungen abgegebenen thermischen Leistung der WP QWP (kW) bezogen auf die zugeführte elektrische Leistung Pel (kW) für den Antrieb des Verdichters und der Hilfsantriebe nach DIN EN 255:

eN = QWP / Pel  
Heizleistung - QWärmepumpe
Arbeitsleistung - P(zugeführte elekt. Leistung)

Die Leistungszahl ist mit den Betriebstemperaturen (Wärmequellenanlage [Wasser bzw. Sole] bzw. Heizungsanlage [Heizungsvorlauftemperatur]) in den technischen Daten der Hersteller angegeben. Die Leistungszahl berücksichtigt nicht die Leistung elektrischer Hilfsaggregate, die nicht unmittelbar zum Wärmepumpenprozess gehören (so z. B. Abtau-Energie, Heizungs- und Grundwasser- bzw. Solepumpen).

Elektro-Wärmepumpen haben je nach Wärmequelle Leistungszahlen zwischen 3,0 und 5,0. So wird also aus 1 kW Strom theoretisch 3 bis 5 kW Heizenergie. Dabei ist die Leistungszahl ist umso höher, je niedriger die Temperaturdifferenz zwischen der Heizwassertemperatur (Vorlauftemperatur) und der Wärmequellentemperatur (Grundwasser bzw. Erdreich) ist.
Die Leistungszahl kann nach 2 verschiedenen Normen ermittelt werden.
Die DIN EN 255 legt die Bedingungen für die Warmwasserbereitung zugrunde. Das bedeutet, dass eine Spreizung von 10 K auf der Verflüssigungsseite gemessen wird.
Die DIN EN 14511 legt eine Spreizung von 5 K zugrunde, was den tatsächlichen Bedingungen einer Flächenheizung näher kommt.
Also müssen bei einem Vergleich von verschiedenen Wärmepumpen immer die Norm und die Messbedingungen angegeben werden.
COP-Wert (Coeffizient of Performance)
Der COP-Wert gibt das Verhältnis von abgegebener Wärmeleistung (kW) zu aufgewendeter elektrischer Antriebsleistung inkl. Hilfsenergie unter Prüfbedingungen (bestimmte Temperaturverhältnisse, festgelegte Zeitpunkte) beim Heizbetrieb an.
COP = QWP / Pel
Im Gegensatz zur Leistungszahl eN sind im COP-Wert auch die elektrischen Leistungen von Hilfsaggregaten (Abtau-Energie, Pumpenleistung für Heizungs-, Sole- bzw. Grundwasserpumpen) aufgenommen.
Prüfinstitute ermitteln diesen Wert nach einer definierten Messmethode (DIN EN 255). Die Leistungszahl und COP-Wert können keine energetische Bewertung der Gesamtanlage darlegen.
Sie sind nur eine Momentaufnahme eines bestimmten WP-Typs bei günstigen Betriebsbedingungen (z. B. bei 35°C VL-Temperatur). Wesentlich aussagefähiger ist die Jahresarbeitszahl.
EER-Wert (Energy-Efficiency-Ratio)
Der EER-Wert ist der Wert zwischen Leistungsaufnahme (Stromverbrauch) und Leistungsabgabe (Kühlleistung) beim Kühlbetrieb. Dieser Wert wird, wie der COP-Wert (Heizbetrieb), unter gleichen Messbedingungen (35 °C Außenlufttemperatur und 27 °C Innenlufttemperatur).
Ein Wert von 4 bedeutet, dass für die Klimatisierung eines Raums, der 4 Kilowatt Kühlleistung benötigt, 1 Kilowatt elektrische Leistung aufgewendet werden muss.
ESEER-Wert (European Seasonal Energy Efficiency Ratio) - Jahresarbeitszahl
Der neue ESEER-Wert geht speziell auf den Teillastbetrieb eines Kühlers ein. Dabei wird berücksichtigt, dass der Flüssigkeitskühler (Kaltwassersatz) nur an wenigen Stunden tatsächlich die volle Leistung erbringen und abgeben muss, denn der überwiegende Teil der Leistungsanforderung liegt im Teillastbetrieb zwischen ca. 25 und 75 Prozent der Nennleistung.
In die Beurteilungs- und Bewertungskriterien zu erstellen, wurden die Praxiserfahrungen von Herstellern und Anbietern der Geräte einbezogen. Obwohl die jeweiligen Klimata von Nord- bis Südeuropa sehr unterschiedlich sind und damit auch die Betriebsbedingungen der Kühler stark unterschiedlich sind, einigte man sich auf die in der Tabelle dargestellten standardisierten Prüfbedingungen für luft- und wassergekühlte Flüssigkeitskühler. Das bedeutet z. B. für den Kühlbetrieb:

Bei Lastzuständen von 100, 75, 50 und 25 % der Kühler-Nennleistung und den dafür in der Tabelle angegebenen Luft- bzw. Wassertemperaturen werden die jeweiligen EER-Werte ermittelt. Diese ergeben, multipliziert mit den jeweils zugehörigen prozentualen Gewichtungsfaktoren, den ESEER-Wert. Dabei geht gemäß Tabelle die verringerte Kühllast einher mit einer geringer werdenden Lufttemperatur, was letztendlich auch die Praxis widerspiegelt. In der Regel wird bei einer geringeren Aussentemperatur auch weniger Kühlleistung benötigt. Quelle: opk Kälte- und Klimatechnik AG

ESEER-Wert - Bewertungs- und Gewichtungstabelle
Last
Kühl - Lufttemperatur
Eintritt
Kühl - Wassertemperatur Eintritt
Gewichtungsfaktor
100 %
35°C
30°C

3 %

75 %

30°C

26°C
33 %

50 %

25°C

22°C

41 %

25 %

20°C

18°C

23 %

Quelle: Auszug aus der CCI-Print / Eurovent Stand 01 / 2008


Die energetische Bewertung von Wärmepumpen, die als Nachweis der Jahresarbeitszahl für Anlagen im Neubau nach dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) gefordert wird, kann nach mehreren Berechnungsverfahren durchgeführt werden. Häufig wird das Kurzverfahren nach VDI 4650 verwendet. Diese Richtlinie ist nach Meinungen aus den Fackreisen überarbeitungsbedürftig.

Quelle: Elcotherm AG

Bivalenzpunkt / Dimensionierungspunkt
Bei der Auslegung einer Luftwärmepumpe wird der Bivalenzpunkt (Dimensionierungspunkt) festgelegt, da mit dem Absinken der Außentemperaturen die Heizlast des Gebäudes steigt und die Wärmepumpenleistung geringer wird. Je nach der Heizlast des Hauses liegt dieser Punkt im Temperaturbereich zwischen -4 °C und -8 °C. Ab dieser Temperatur ist ein effizienter Betrieb einer Luftwärmepumpe nicht mehr möglich. Deshalb werden solche Anlagen als bivalente Heizung (Hybrid-Heizung) betrieben. Hier gibt es die verschiedensten Kombinationsmöglichkeiten (Öl, Gas, Holz, Solar, Geothermie, Mini-KWK).

Unter bestimmten Bedingungen kann ein Heizstab die fehlende Wärme liefern. Ob der Einsatz einer direkten Stromheizung (Trinkwassererwärmung) sinnvoll ist, muss der Fachplaner vor Ort nach den Gewohnheiten des Betreibers ermitteln.

 

Bei einer monoenergetisch betriebenen Luft-Wasser-Wärmepumpe wird der Heizbedarf bis zum Bivalenzpunkt gedeckt. Darunter wird eine Zusatzheizung notwendig. Hier kann ein Heizstab oder auch ein noch vorhandener Wärmeerzeuger (Gasgerät, Ölkessel, Festbrennstoffkessel) eingesetzt werden. Bei einem bivalenten Betrieb wird besonders bei höheren Systemtemperaturen der Bivalenzpunkt höher angesetzt.

Der Deckungsanteil der Wärmepumpe sollte  möglichst hoch sein, damit die Betriebskosten möglichst gering sind und die Jahresarbeitszahl möglichst hoch ist. In der Regel sind die Anzahl der Tage mit Außentemperaturen unter -5 °C sehr gering und deshalb wird der Bivalenzpunkt um diese Temperatur festgelegt bzw. ermittelt. So ist dann z. B. der Anteil der Zusatzheizung bei -10 °C AT ca. 1 % und bei -16 °C ca. 4 % der gesamten Wärmemenge.
Deckungsanteil der Wärmepumpe ( % )
Klimazone / Auslegungstemperatur
( °C )
Bivalenzpunkt / Dimensionierungspunkt ( °C )
-12
-11
-10
-9
-8
-7
-6
-5
-4
-3
-2
-1
0
1
2
3
4
5
6
-10
100
100
100
100
100
99
99
99
99
98
98
97
96
94
92
90
87
84
81
-12
100
100
100
99
99
99
99
98
98
97
96
95
93
90
88
86
83
80
77
-14
100
100
99
98
98
98
98
97
97
96
94
92
90
88
85
82
79
75
72
-16
99
99
98
98
97
97
97
96
95
94
92
90
87
84
81
78
74
71
67
.
Vergleich der Arbeitsweisen (Beispiel)
On/Off
Vollmodulation
COP Verlauf
Quelle: Ingenieurbüro GESBB - Dipl.-Ing. Axel Creifelds
Meinungen/Anregungen/Kritik
Überarbeitungsbedarf für VDI 4650
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