Flächenheizungen bieten sich geradezu an, die Funktionalität und Sicherheit von Verkehrsflächen (Gehwege, Zufahrten von Gebäuden und Hofflächen, Parkplätze, Auf- und Abfahrrampen), Sicherheitsbereiche (Feuerwehr- und Krankenhauszufahrten, Hubschrauberlandeplätze,Verkehrsbauten) und Freiflächen (Fußballstadion) während der Winterperiode zu gewährleisten. Außerdem besteht eine Verkehrssicherungspflicht, also die Pflicht, Gefahrenquellen abzusichern.
Eis- und Schneefreihaltung von Verkehrswegen
Um Verkehrsflächen (Gehwege, Zufahrten von Gebäuden und Hofflächen, Parkplätze, Auf- und Abfahrrampen) und Sicherheitsbereiche (Feuerwehr- und Krankenhauszufahrten, Hubschrauberlandeplätze, Verkehrsbauten) in den Wintermonaten Eis- und Schneefrei zuhalten, ohne Einsatz von Maschinen, Personal und schädlicher Chemikalien dauerhaft begeh- und befahrbar zu halten, werden Flächenheizungen eingesetzt. Diese werden durch Rohrleitungen, wie sie bei Fußbodenheizungen eingesetzt werden, die mit einem Wasser-Glykol-Gemisch gefüllt sind, betrieben. Elektroheizmatten sollten, wenn überhaupt, nur für kleine Flächen angewendet werden.
Es werden immer wieder Systeme mit elektrischer Energie zur direkten Beheizung von Verkehrswegen eingesetzt, weil sie im Vergleich zur Beheizung mit einem Wasser-Glykol-Gemisch betriebenen Anlagen niedrigere  Investitionskosten haben. Hier werden aber die zu erwartenden Betriebskosten und die Haltbarkeit der Elektroheizleiter unter Einfluss größerer Temperaturschwankungen und Feuchtigkeit nicht beachtet. Außerdem sollte Strom aus Umweltschutzgründen zur direkten Beheizung nicht eingesetzt werden
Die Systeme zur Eis- und Schneefreihaltung sollten eine Energieversorgung aus Fernwärme oder alternative Energie (z. B. Erdwärme, Geothermie, Abwärme von Biogasanlagen, BHKW und Produktionsanlagen, Fortluftwärmepumpen) haben. Außerdem ist eine fachgerechte Planung und Auslegung notwendig. Dabei müssen folgende Randbedingungen abgeklärt werden.
  • Zuerst muss festgelegt werden, ob eine Frostfreihaltung und/oder Schneeabtauung vorgenommen werden soll.
  • Die zu erwartenden Klima-, Witterungs- und Wetterbedingungen sind von geografische Lage (Windeinfluss und die Niederschlagswerte) der Anlage abhängig.
  • Um den Wärmeverlustes an den Untergrund zu berechnen, müssen der Untergrund und der Grundwassereinfluss über ein Bodengutachten bekannt sein bzw. untersucht werden.
  • Damit die Temperaturverteilung in der Fläche festgelegt werden kann, muss die passende baukonstruktive Gestaltung gewählt werden.
  • Weil der Energieträger einen großen Einfluss auf die Systemtemperaturen und die Betriebsführung hat, muss dieser bestimmt werden.
  • Am Ende wird ein geeignetes System gewählt und es werden Anschlussleitungen, Sperrzeiten und die Aufheizzeiten festgelegt.
Das Heizsystem, das eingesetzt werden soll, ist abhängig davon, ob ob nur eine Oberfläche oder eine Fläche (z. B. Parkplatz) bzw. ein Bauteil (z. B. Verladerampe) mit einem größeren Volumen erwärmt werden soll. Es ist also festzulegen, ob es sich um eine Oberflächenheizung oder Speicherheizung handeln soll.
Bei einer Oberflächenheizungen werden Strahlungsheizungssysteme oberhalb der Fläche oder oberflächennahe Systeme in der zu beheizenden Fläche voraus. Bei dieser Bauweise verringert sich die bei Speicherheizungen zu berücksichtigende und zu Speicherverlusten führende Trägheit. Bei den Speichersystemen, die tiefer unter der Oberfläche angeordnet sind, erwärmt sich eine relativ große Speichermasse.
Die Funktion der Eis- und Schneefreihaltung ist von der einwandfreien Abführung des Schmelzwassers abhängig. Damit das Wasser zügig abgeführt werden kann, müssen ausreichende Wasserabläufe eingeplant werden. Diese müssen so angelegt werden, dass das Wasser nicht zu den kalten Rändern der Fläche abläuft, damit es dort nicht zur Eisbildung kommen kann.
Anlagenschema mit Systemtrennung
Quelle: Uponor GmbH
Unterhalb der eis- und schneefrei zu haltenende Fläche werden Rohrleitungen aus PE-Xa (17 x 2 mm oder 25 x 2,3 mm) mit einem Wasser-Glykol-Gemisch verlegt. Normalerweise beträgt der Glykolanteil ca. 30 % und ist dadurch bis zu Außentemperaturen von -20 °C abgesichert. Das Frostschutzmittel sollte lebensmittelecht  (z. B. Antifrogen L) sein, damit bei einer möglichen Leckage das Grundwasser nicht verunreinigt wird.
Das Heizregister sollte Rohrabstände von 15 bis max. 30 cm haben. Dabei gilt auch hier die Regel, wie bei den üblichen Flächenheizungen, je geringer der Rohrabstand ist, desto gleichmäßiger ist die Temperatur an der Oberfläche. Bei zusätzlichen Oberbelägen (z. B. Asphalt oder Kies), verringert sich die Wärmeabgabe bzw. muss die Systemtemperatur erhöht werden. Um Wärmeverlusten nach untern ins Erdreich zu mindern, sollte unter den Rohrleitungen eine feuchtigkeitsbeständige Wärmedämmung eingebracht werden.
Der Tragbeton, in dem die Heizregister verlegt werden, muss den statischen und konstruktiven Anforderungen sowie mindestens der Festigkeitsklasse B 25 nach DIN 1045 entsprechen. Die PE-Xa Rohre können keine statische Funktion übernehmen.
Die Deckschicht (Verschleißschicht) besteht in der Regel aus zementgebundene Hartstoffestriche mit den jeweiligen Schichtdicken nach den Beanspruchungsgruppen (DIN 18560 Blatt 5).
Die Deckschicht, z. B. einer Fahrbahn oder Rampe, ist entsprechend den zu erwartenden Belastungen zu berechnen. Die Trägermatte kann in die Berechnung mit einbezogen werden. Bei Asphaltdecken ist sicher zustellen, dass kein heißer Asphalt an die Rohrleitungen gelangt (z. B. durch Anordnung eines Schutzestrichs).
Durch die Verwendung von chemischen Zusätzen im Rohrregister werden die Heizkreise durch einen Wärmetauscher (Systemtrennung) vom Wärmeerzeuger bzw. von dem restlichen Heizsystem getrennt. Das Rohrnetz und die Umwälzpumpe im Sekundärkreis müssen auf das verwendete Wasser-Glykol-Gemisch ausgelegt werden, da sich die Flüssigkeit aufgrund der Viskosität (Zähigkeit), temperaturabhängige Dichte und die spezifische Wärmekapazität gegenüber Wassersystemen erheblich anders verhalten. Die  Systeme für Wasser-Glykol-Gemische werden gegenüber wasserführenden Systemen mit größeren Dimensionen und kürzeren Heizkreisen ausgelegt.
Eine Regelgruppe für eine Freiflächenheizung sollte Temperatur- und Feuchtefühler enthalten, damit über ein angesteuertes Durchgangsventil der primärseitigen Durchfluss in Abhängigkeit der erforderlichen Heizwärmestromdichte beeinflusst werden kann.

Der Einschaltzeitpunkt der Anlage wird über das Erreichen einer am Regler einzustellenden Außentemperatur definiert (erster Temperaturschwellenwert), bei deren Unterschreitung eine Frostgefahr wahrscheinlich ist. In der Regel können bei Schneefall eine Außentemperatur von weniger als –5 °C angenommen werden. Über einen Bodenfühler wird die oberflächennahe Temperatur der Freifläche kontrolliert. Hierzu ist ein zweiter Temperaturschwellenwert zur Regelung der Anlage festzulegen. Der Bodenfühler sollte leicht ausgetauschbar und an einer für die eis- und schneefrei zu haltende Freifläche relevanten Stelle angeordnet sein.

Glatteis bildet sich normalerweise im Außentemperaturbereich zwischen 0 °C und -6 °C. Aber wenn eine Fläche noch unter 0 °C liegt, so kann auch bei höheren Außentemperaturen bei Regen eine Eisbildung stattfinden. Deswegen sollte zur Temperaturmessung immer eine Feuchtemessung durchgeführt werden.

Besonders  bei Speichersystemen sollte eine Mindestheizzeit eingestellt werden, damit nach dem Abtauen eine schnelle Wiedervereisung vermieden wird. Problematisch kann die Trägheit des Systems sein, weil sich abzeichnender Gefahr von Frostbildung oder Schneefall die Anlage zunächst ausgeschaltet bleibt und bei tatsächlich aufkommenden Schneefällen oder Blitzeis die Anlage dann in sehr kurzen Zeiten ausreichend hohe Oberflächentemperaturen erzeugt, um drohende Eis- und Schneeglätte zu vermeiden.

Uponor-Zentral-Regelstation mit integriertem Regler 3D für die Schnee- und Eisfreihaltung von Freiflächen
Quelle: Uponor GmbH

Rasenheizung
Rasenheizungen werden hauptsächlich in Sportstadien eingebaut, um die Rasenflächen eis- und schneefrei zu halten. Schon in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden in den ersten Stadien Rasenheizungen eingebaut. Inzwischen müssen die Fußballstadien der 1. und 2. Liga mit einer Rasenheizung ausgestattet werden.
Bei der Nachrüstung einer Rasenheizung werden die Rohre mit speziellen Geräten, wie sie bei dem Einziehen der Dränrohre in Ackerland in Nassgebieten benutzt werden, in die Rasendecke eingezogen. Dies ist jadoch nur möglich, wenn das später abtauende Wasser von der Spielfläche abgeführt werden kann. Wenn die Rasenfläche keine Dränage bzw. ausreichendes Gefälle (zwischen 0,5 % und 1 %) hat, muss vorher eine Sanierung des Platzes stattfinden. Außerdem müssen die Rohre ausreichend tief eingebettet werden, damit sie bei der Rasenpflege (Bodenlockerung) und Spielfeldmarkierung nicht beschädigt werden. Damit die Gefahr eines „Verbrennens” der Rasenwurzel vermieden wird, dürfen die Rohrleitungen nicht zu dicht an der Oberfläche verlegt sein, da die Anlagen mit Temperaturen bis zu 40 °C gefahren werden.
Die Probleme, die bei einer Nachrüstung einer Rasenheizung bestehen, sollten bei einem Neubau ausgeschlossen werden. Hier sollten die Landschaftsarchitekten und Heizungs-Fachplaner schon bei der Planung zusammenarbeiten. Gefordert wird  eine strapazierfähige und pflegeleichte Rasendecke und ein energiesparender Betrieb der Anlage.
Anordnung der Rohrleitungen
Quelle: Uponor GmbH

Bei der Anordnung der Rohrleitungen wird zwischen zwei Varianten unterschieden. Bei der thermisch günstigen Variante werden die Rohrleitungen (Heizregister) im Mutterboden verlegt, da dieser eine gute Wärmeleitfähigkeit hat. Ungünstiger ist das Verlegen der Rohrleitungen in der Dränageschicht.

Der Aufbau einer Rasenheizung sollte so geplant werden, dass eine gute Wärmeleitung von dem Heizregister bis zur Oberfläche vorhanden ist, denn nur dadurch können niedrige Systemtemperaturen und ein schnelles Aufheizen gewährleistet werden. Außerdem sollte die Rohrüberdeckung so gering wie möglich sein. Unter dem Heizregister sollten möglichst wärmedämmende Schichten angeordnet werden, damit der Wärmetransport in grundwasserdurchsetzte Erdreich vermindert wird.

Bei der Planung einer Rasenheizung ist besonders auf die regionalen Gegebenheiten vor Ort geachtet werden. So hat z. B. das Wetter, die  Verschattung und Windanfälligkeit des Rasens einen großen Einfluss auf die Auslegung der Heizkreise.

Eine Rasenheizung sollte nicht für extrem niedrige Außentemperaturen ausgelegt werden, da starke Schneefälle selten bei tiefen Temperaturen (erheblich unter 0 °C) auftreten.
In jedem Fall sollte eine gute Wärmeleitung von der Ebene der Rohrregister bis zur Oberfläche vorhanden sein. Dann gelten folgende wärmetechnische Parameter der Schnee- und Eisfreihaltung von Rasenflächen:

Stationäre Aufheizleistung
etwa 150 W/m2
Dynamische Aufheizleistung
bis etwa 250 W/m2
Vor- und Rücklauftemperatur
etwa 40 °C / 30 °C

Damit an der Oberfläche keine zu große Temperaturwelligkeit auftritt, sollten die Rohrleitungen mit einem Verlegeabstand  < 30 cm und eine Tiefe zwischen 25 bis 30 cm verlegt werden. Bei größerenen Abständen besteht die Gefahr der Teilvereisung an der Oberfläche zwischen den Rohren.
Anordnung der Rohrleitungen
Quelle: Uponor GmbH

Die Regelung der Eis- und Schneefreihaltung für Rasenflächen muss besonders sorgfältig ausgewählt werden. Das Ein- und Ausschalten und  die richtige Wahl der Systemtemperaturen der Anlage muss genau eingehalten werden.

Die Systemtemperaturen sind das kleinere Problem, weil sie in Abhängigkeit zur Außentemperatur werden. geregelt, Dabei ist nur die maximale Temperatur an der Grasnarbe zu begrenzen, damit es nicht zur Überhitzung der Rasenwurzel kommt. Hierzu werden ein Fühler ca. 3 bis 5 cm unter der Grasnarbe und ein weiterer Fühler ca. 25 cm tief im Erdreich als Wurzelfühler vorgesehen. Natürlich sind bei großen Flächen (z. B. Fußballstadien) mehrere Fühlerpaare vorzusehen. Durch diese Anordnung kann die Einwirkung des Emitters (Teil eines Transistor) auf die Oberfläche bzw. Reaktionszeiten festgestellt werden, was für ein rechtzeitiges Einschalten vor einer anstehenden Nutzung der Rasenfläche von Bedeutung ist. Die gemessenen Parameter können dann adaptiv auf das Regelsystem einwirken.

Ein besonderes Problem der Regelung ist das Anzeigen bzw. die Meldung des Auftretens von Eis- oder Schneeregen. Hier hat sich das System "Eis- und Schneemelder" der Firma Tekmar bewährt. Dieses System gibt es in analoger und digitaler Ausführung.


Eis- und Schneemelder
Ein besonderes Problem der Regelung bei der Eis- und Scheefreihaltung von Freiflächen, Verkehrswegen, Rasenflächen, Dachrinnen und Satellitenanlagen ist das Anzeigen bzw. die Meldung des Auftretens von Eis- oder Schneeregen. Hier hat sich das System der Firma Tekmar bewährt. Dieses System gibt es in analoger und digitaler Ausführung.
Der Eis- und Schneemelder schaltet im Bedarfsfall die Freiflächenheizung oder eine Warneinrichtung ein. Eine einstellbare Mindestheizzeit verhindert nach dem Abtauen eine zu schnelle Neuvereisung und erhöht dadurch die Sicherheit. Die Werte der Einstellungen für Mindestheizzeit, zwei Temperaturschwellen und die Feuchteempfindlichkeit werden im Display angezeigt. Zusätzliche Anzeigenebenen geben während der Inbetriebnahme und im Servicefall Auskunft über die Einstellungen und das Verhalten der Anlage.
Eisfühler
Quelle: Tekmar GmbH

Funktionsbeschreibung

Abhängig von der Bodentemperatur und dem Zustand der Eisfühleroberfläche (trocken; feucht) wird unter 3 Hauptbetriebsarten unterschieden:

1. Wenn die Bodentemperatur größer als der eingestellte Sollwert von "Temperaturschwelle 1“ ist, steht das System in Bereitschaft. Die Eisfühlerheizung wird nicht aktiviert, der Zustand der Eisfühleroberfläche hat keinen Einfluß auf den Eismelder. Mit der Taste "Anzeige" kann die aktuelle Fühlertemperatur „T1 x°C“ abgefragt werden.
2. Wird die Bodentemperatur kleiner als der eingestellte Sollwert von "Temperaturschwelle 1" und die Oberfläche des Eisfühlers bleibt ohne Feuchtebelag, wird das System aktiviert. Unter der Beschriftung "TF1" ist ein Anzeigebalken im Display zu erkennen. Mit der integrierten Eisfühlerheizung wird die Fühleroberfläche auf den eingestellten Wert von "Temperaturschwelle 1" konstant gehalten. Im Display erscheint bei aktiver Fühlerheizung ein Anzeigebalken über dem Schriftzug "Fühler".
3. Bildet sich während der Betriebsart 2 ein Feuchtebelag, die Erkennung von Feuchte wird durch einen Anzeigebalken über dem Schriftzug "Feuchte" im Display angezeigt, auf der Eisfühleroberfläche, wird der Relaisausgang "Relais 1" für die eingestellte Mindestheizzeit eingeschaltet. Dies ist durch einen Anzeigebalken unter dem Schriftzug "R1" im Display zu erkennen. Die Fühlerheizung wird außer Betrieb gesetzt, damit der Fühler die Bedingungen der umgebenden Fläche annimmt und sich nicht selbst trocken heizt. Falls die Fühlertemperatur unter -2°C absinkt, wird die Fühlerheizung wieder aktiviert. Der Eisfühler wird, um bei starken Temperatureinbrüchen schneller reagieren zu können, auf dieser Temperatur gehalten.

Fällt Schnee auf die Eisfühleroberfläche oder bildet sich Eis oder Reif, wird dieser angetaut. Es bildet sich zwischen den beiden Feuchte-Elektroden ein Feuchtebelag, welcher das System unverzüglich in die Betriebsart 3 umschaltet. Nun wird der Betrieb der Fühlerheizung aus- und der Betrieb der Freiflächenheizung für die Mindestheizzeit eingeschaltet. Der Eisfühler übernimmt wieder die Messung der Bodentemperatur.
Sollten am Ende einer Mindestheizzeit die Bedingungen "Temperatur und Feuchte" nach wie vor vorhanden sein, wird die Mindestheizzeit erneut aktiviert, ohne den Betrieb der Freiflächenheizung zu unterbrechen. Quelle: Tekmar GmbH
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Für jeden Einsatzbereich gibt es spezielle Eis- und Schneemeldesysteme. Diese erfassen mindestens die Temperatur (T-System) und auch die Feuchtigkeit (TF-E und TF-S) und es ist nur ein Kombi-Sensor ist zur Messung von Temperatur und Feuchte notwendig. Alle Systeme schalten nur bei Bedarf den zu beheizenden Bereich ein. Bei den TF-Systemen kann eine Mindestheizzeit vorgewählt werden. Besteht aufgrund ausreichender Temperatur (T- und TF-System) bzw. Trockenheit (TF-System) keine Frostgefahr mehr, wird die Heizung unverzüglich abgeschaltet.
T-System (Temperaturmessung)
Quelle: Tekmar GmbH

Das T-System ist ein kostengünstiges System, das das Heizsystem bis - 25 °C misst und einschaltet. Das System bleibt dauerhaft eingeschaltet bis die vorher eingestellte höhere Umgebungs- oder Flächentemperatur (z. B. + 1° C) erreicht ist. Zu dem T-System gehören ein Steuergerät und ein Temperatur-Sensor.

Es stehen 2 Steuergeräte zur Auswahl, das einfache Gerät ist zum Einsteller der Einschalttemperatur über einen Drehsteller vorgesehen und hat einen Alarmausgang zur Weitermeldung eines Sensorfehlers. An dem anderen Gerät kann die Schalttemperatur über einen Drehsteller eingestellt werden, zeigt die Schalttemperatur und Ist-Temperatur (Umschaltung durch Taste) über eine 2-stellige 7-Segment-LED-Anzeige an und hat einen Alarmausgang zur Weitermeldung eines Sensorfehlers.

Ein stabförmiger Sensor (Messing, voll vergossen) wird für die Messung von Temperaturwerten in Dachrinnen und an anderen frostgefährdeten Bereichen eingesetzt. Die kompakte Bauform ist mit einem axialen Kabelanschluss und Schraubbolzen zur Fixierung ausgestattet..

TF-E-System (Temperatur- und Feuchtemessung - Eco)
Quelle: Tekmar GmbH

Das wartungsfreie TF-E-System kann für Freiflächen und an anderen frostkritischen Stellen eingesetzt werden (z. B. in Dach-/Regenrinnen, auf Satellitenanlagen, Flachdächern, Windrädern).

Das Steuergerät ist zum Anschluss von ein oder zwei Temperatur- und Feuchte-Sensoren geeignet. Beide Sensoreingänge sind für die Temperaturmessung oder für die kombinierte Messung (Feuchte und Temperatur) konfigurierbar. Die Funktionen und die Kontrolle aller Parameter und Messwerte erfolgt über ein Display und drei Menütasten. Außerdem hat das Gerät eine Leuchtdiode ist zur Anzeige des aktuellen Betriebszustands und einen Alarmausgang zur Weitermeldung eines Sensor- oder Funktionsfehlers.

Bei diesem System können verschiedene Sensoren eingesetzt werden.

 

TF-S-System (Temperatur- und Feuchtemessung - sensitiv)
Quelle: Tekmar GmbH

Das sensitive TF-S-System wird eingesetzt, wenn eine hohe Sicherheit und eine schnelle Reaktionsfähigkeit gewünscht wird. Das System wird hauptsächlich bei Freiflächen, (z. B. öffentliche und private Tiefgaragen-Einfahrten, Bahnsteigtreppen, Haltestellen, Hubschrauber-Landeplätze, Parkplätze) eingesetzt..

Zu diesem System gehören ein Steuergerät mit Netzteil und verschiedene Sensoren (Temperatur- und Feuchte-Sensor und einem optionalen Temperatur-Sensor)  Die Funktionseinstellung und die Kontrolle aller Parameter und Messwerte sind über vier Drehsteller (davon 3 verdeckt) und drei Menütasten eingestellt und werden im  Display angezeigt . Auch dieses Gerät hat einen Alarmausgang zur Weitermeldung eines Sensor- oder Funktionsfehlers.

 

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Dachflächenheizung
Rohrleitungen bei großen Flächen 
Quelle: Uponor GmbH
Dachlawinen und Eiszapfen führen immer wieder zu schweren Unfällen, die Personen- und Sachschäden verursachen. Auch liest man immer wieder von eingestürtzten Flachdächern.
Besonders in schneereichen Zeiten wird auch immer wieder über das Freischaufeln von Dachflächen berichtet. Aber durch die Konstruktion der Dächer (Steilheit, Belastungsgrenzen) ist diese Art der Beseitungung des Schnees nicht überall möglich bzw. zu gefährlich.
Damit es nicht zu den o. g. Problemen kommen kann, werden die gefährdeten Dächer oder Dachteile beheizt. Normalerweise verwendet man elektrische Heizleiterschleifen, selbstregulierendem Heizbander oder für große Flächen elektrische Heizmatten. Aber auch Wassersysteme mit Frostschutzmittel, wie sie für Freiflächenheizungen (Parkplätze, Auffahrampen, Gehwege, Rasenflächen) eingesetzt werden. > mehr

Dachrinnenheizung
Wenn ein Dach nicht schneefrei ist, dann können die Wärmeabgabe von den Gebäuden im Dachbereich oder die Sonneneinstrahlung bei Frost zu Schmelzwasser führen. Das Wiedergefrieren dieses Schmelzwassers in den Dachrinnen, Fallrohren oder in Dachüberstandsbereichen kann zu einer gefährlichen Eiszapfenbildung, Wasserrückstau und Schäden an den Entwässerungseinrichtungen oder dem Gebäude führen.
Durch die Beheizung der kritischen Bereiche, so z. B. die Dachrinnen und Regenfallrohre, können Schäden zuverlässig verhindert werden.. > mehr

Verkehrssicherungspflicht
Die Verkehrssicherungspflicht ist die Pflicht zur Sicherung von Gefahrenquellen. Bei Nichtbeachtung dieser Pflicht kann es zu Schadensersatzansprüchen kommen. Verkehrssicherungspflichten sind sind in den meisten Fällen gesetzlich nicht geregelt, sie sind von der Rechtsprechung über Gerichtsurteile entwickelt worden.
Verkehrssicherungspflichtig ist,
• wer eine Gefahrenquelle schafft oder unterhält
• wer eine Sache betreibt, die für Dritte gefährlich werden kann
• wer gefährliche Sachen dem allgemeinen Verkehr aussetzt oder in Verkehr bringt
Von einem Verkehrssicherungspflichtigen wird nicht erwartet, dass er die Gefahrenquelle gegen alle denkbaren Schadensfälle absichert, er muss aber alle Vorkehrungen gegen voraussehbare Gefahren treffen, die durch eine gewöhnliche bzw. bestimmungsgemäße Benutzung eintreten können.
Bei Gewerbebetrieben wird der Inhalt der zu beachtenden Verkehrssicherungspflichten durch die Unfallverhütungsvorschriften genauer festgelegt. Ein Verstoß gegen die Vorschriften ergibt immer ein Verschulden.
Die Verkehrssicherungspflicht kann auch auf Dritte Personen übertragen werden. Diese Übertragung muss aber regelmäßig überwacht werden.
Besonders wichtig ist diese Pflicht z. B. in den Wintermonaten. Hier gibt es in vielen Fällen die auf Anwohner übertragene Streupflicht. Diese beginnt nicht mit dem Ende des Schneefalls, sondern erst nach einer angemessenen Wartezeit.

Aber auch der Schutz gegen Dachlawinen und Eiszapfen ist ein immer wieder auftretendes Problem. Hier kann durch Schneefangsysteme, Dachflächen- und Dachrinnenheizungen vorgebeugt werden. Aber die Verkehrssicherungspflicht kann auch durch eine einfache Absperrung bzw. Hinweise erfüllt werden. > mehr


Schneelast
Quelle: KilletSoft
Besonders durch Schneelasten kommt es immer wieder zu Schäden an Gebäuden und hier speziell an Dächern. Die Druckbelastung (Flächenlast), die durch den Schnee entstehen kann, wird immer noch unterschätzt. Die Schneelasten sind von der Klimazone und die Höhenlage abhängig. Das Schneeklima wird von der Firma C. Killet in einer Schneelastzonenkarte erfasst, welche die Schneeintensität für verschiedene geographische Regionen angibt.

In Deutschland gibt es die Zonen 1 bis 3 und die Zonen 1a und 2a. Die Schneehöhe ändert sich überproportional zur Höhenlage, deshalb muss auch diese Einflussgröße berücksichtigt werden. Bei der Berechnung der Dachstatik und bei der statischen Dimensionierung von Solarthermie- und Photovoltaikanlagen ist die Schneelast neben der Windlast ein wichtiger Berechnungsfaktor.

Schneeart
Dichte (kg/m3)
trockener Pulverschnee
30 bis 50
normaler Neuschnee
50 bis 100
feuchter Neuschnee
100 bis 200
trockener Altschnee
200 bis 400
feuchter Altschnee
300 bis 500
Firn
500 bis 800
Quelle: KilletSoft
Windlast

Die Windlast hat einen Einfluss auf Gebäude oder Bauteile. Die Windströmung beaufschlagt ein Gebäude mit einem Winddruck, der auf der Luv-Seite einen Überdruck und auf der Lee-Seite einen Unterdruck aufbaut. In wie weit sich die Windlast auf ein Gebäude auswirkt, hängt von dem Standort mit dem örtlichen Windklima und der topographische Lage ab. Das Windklima ist von der Firma C. Killet in einer Windzonenkarte erfasst. Darin sind über einen langen Zeitraum gemittelte Windgeschwindigkeiten für verschiedene geographische Regionen als Windlastzonen dargestellt. In Deutschland gibt es die Windlastzonen 1 bis 4. Die Windlast muss bei der Planung in die statische Berechnung von Windkraft- und Solaranlagen eingehen.

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Windchill - Windkühle - gefühlte Temperatur
Quelle: Kasper & Richter GmbH & Co. KG
Der Windchill (Windchill-Effekt) ist eine meteorologische Größe (Windchilltemperatur - WCT), die die Außentemperatur, Windgeschwindigkeit und Luftfeuchte beinhaltet. Besonders im Winter wird bei stärkerem Wind die Temperatur deutlich niedriger empfunden als sie tatsächlich ist. Deswegen wird der Windchill auch "gefühlte Temperatur" genannt. In den meisten Wetterberichten bzw. Wettermeldungen wird inzwischer dieser Wert mit angegeben.
Die WCT gibt eigentlich nur die Wärmeverlustrate an, die eine dem Wind ausgesetzte Hautfläche hat. Dabei geht man davon aus, dass der Wärmeverlust der Haut bei Wind größer gegenüber der Windstille ist.
Eigentlich hat der Windchill nur in sehr kalten und stürmischen Gegenden (Arktis, Antarktis, Meeresküste, Hochgebirge) eine aktuelle Bedeutung. Aber auch, wenn Menschen einer hohen Windgeschwindigkeit ausgesetzt sind, wie z. B. beim Sport (Skilaufen, Eislaufen, Windsurven, Kiten, Strandsegeln), ist WCT von Bedeutung, da man sich durch entsprechende Kleidung vor einer Auskühlung schützen kann. Hier gibt es Windmessgeräte, die die vor Ort gemessenen Daten umrechnen und anzeigen. Aber auch jede gute Wetterstation zeichnet die WCT-Daten auf.

Eine aus einer umfangreichen Formel hergeleiteten Kurzformel berücksichtigt nur die tatsächliche Temperatur und die Windgeschwindigkeit und ist dadurch nur eine überschlägige Berechnung.

Twc = 33 + ( 0,478 + 0,237 * SQRT(vw) - 0,0124 * vw ) * ( T - 33 )

  • Twc - Windchill-Temperatur - °C
  • T - tatsächliche Temperatur - °C
  • vw - Windgeschwindigkeit - km/h
  • SQRT - Quadratwurzel
Windchilltemperaturen
Quelle: Seasailing
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Dachflächenheizung Sicherheit geht vor
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Hinweis! Schutzrechtsverletzung: Falls Sie meinen, dass von meiner Website aus Ihre Schutzrechte verletzt werden, bitte ich Sie, zur Vermeidung eines unnötigen Rechtsstreites, mich umgehend bereits im Vorfeld zu kontaktieren, damit zügig Abhilfe geschaffen werden kann. Bitte nehmen Sie zur Kenntnis: Das zeitaufwändigere Einschalten eines Anwaltes zur Erstellung einer für den Diensteanbieter kostenpflichtigen Abmahnung entspricht nicht dessen wirklichen oder mutmaßlichen Willen. Die Kostennote einer anwaltlichen Abmahnung ohne vorhergehende Kontaktaufnahme mit mir wird daher im Sinne der Schadensminderungspflicht als unbegründet zurückgewiesen.
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