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Jeder Heizöllagerbehälter über 1.000 Liter ist mit einer Füll- und Entlüftungsleitung auszustatten. Jeder Behälter muss zum Befüllen mit einem Füllrohrverschluss mit Bajonettanschluss ausgerüstet sein, der den sicheren Anschluss einer abnehmbaren Leitung (Füllschlauch des Tankwagens) ermöglicht.
Oberirdische Behälter unter 1.000 Liter können auch mit einem Füllrohrverschluss mit Klappdeckel ausgerüstet werden. Die Behälter müssen dann mit einem selbsttätig schließenden Zapfventil und Füllraten unter 200 I/min im freien Auslauf befüllt werden.
1 - Füllrohranschluss
2 - Entlüftungleitung
3 - Grenzwertgeber
Quelle: Oventrop
Fülleinrichtung
Die Füllleitung muss mit Steigung zum Füllstutzen verlegt werden. Dieser ist bei der oberirdischen Lagerung außerhalb des Gebäudes anzubringen. Die Nennweite der Leitung und des Füllverschlusses ist DN 50 (R 2) bzw. bei größeren Anlagen DN 80 (R 3).
Wenn die Leitungen mit einem Steckmuffensystem verlegt werden, dann muss jede Muffe eine Sicherungsschelle haben, die ein Auseinanderdrücken beim Füllvorgang verhindert. Außerdem sind die Leitungen so zu verlegen, dass bei dem Füllvorgang die Tankanschlüsse nicht zu stark beansprucht werden. Ein Leitungswinkel von ca. 1 m Versatz ist besonders bei Kunststoffbehältern zu empfehlen.
Die Einführung der Füllleitung in den Behälter ist so auszuführen, dass das Heizöl nicht aufschäumt (Einführung in das untere Drittel des Behälters) und das Heizöl nicht direkt auf die Behältersohle auftrifft (seitlicher Ausfluss). Bei Behältern mit Innenhülle darf diese nicht beschädigt werden.
Der Füllrohrverschluss mit Bajonettverschluss muss dicht und gegen unbefugtes Öffnen gesichert sein. Natürlich muss der Füllstutzen auch gut zugänglich sein. Neben oder besser im Füllrohrverschluss ist der Grenzwertgeber anzuordnen, damit die Überfüllsicherung (GWG) nicht "vergessen" wird.
Auch sollte am Füllrohrverschluss die verwendete Heizölart gekennzeichnet sein. Hier unterscheidet man zwischen
  •  Heizöl EL Standard
  •  Heizöl EL schwefelarm (grüne Kennfarbe)
  •  (Diesel)
  •  (Bio-Diesel)
  •  (Pellets)
Stecksystem
Quelle: Lorowerk
Füllrohrverschluss
Quelle: AFRISO-EURO-INDEX
Füllrohrverschluss für schwefelarmes Heizöl mit Grenzwertgeber-Steckdose
Quelle: AFRISO-EURO-INDEX
Be- und Entlüftungsleitung
Die Be- und Entlüftungsleitung sollen einen gefährlichen Unter- und Überdruck in den Behältern verhindern. Die Leitung muss alterungsbeständig und gegen Flammeneinwirkung widerstandsfähig sein. Deshalb sind sie hauptsächlich aus Metall. Kunststoffleitungen benötigen eine Bauartzulassung.
Die Lüftungsleitung muss mit Steigung nach außen geführt werden. Sie dürfen keine Absperrung, keine Verengung und Siebe (Filter) haben. Der lichte Durchmesser ist von dem Prüfüberdruck abhängig. Der "normale" Durchmesser ist DN 40 (R 1 1/2). In einigen Bundesländern wird bei kellergeschweißten Behältern DN 50 (R 2) vorgeschrieben.
Die Mündung der Entlüftungsleitung muss mindestens 50 cm über der Erdgleiche bzw. mindestens 50 cm über dem Füllstutzen enden. Die Entlüftunghaube darf nicht im Domschacht oder in einem geschlossenen Raum gesetzt sein. Entlüftungen an einer Hauswand muss so angeordnet werden, dass keine Gase ins Haus gelangen. Leitungen im Erdreich müssen sicher gegen Korrosion geschützt werden.

Die Entlüftunghaube muss jährlich gereinigt (Spinnweben) werden, damit sie im Winter nicht durch Kondenswasserbildung "zufriert".

Entlüftungshaube
Quelle: Afriso
Heizöltankbefüllung
Für die Befüllung eines Heizöllagerbehälters gibt es Vorgaben, die dazu führen, dass die richtige Liefermenge abgerechnet wird. Immer wieder gibt es den Verdacht, dass ein unehrlicher Tankwagenfahrer zu wenig Heizöl einfüllt bzw. zu viel Heizöl abrechnet.
Zuerst sollte geprüft werden, ob die Pumpstation (Armaturenschrank) einen gültigen Eichstempel aufweist. Dieser zeigt eine geeichte Messanlage an und wann die Eichung erlischt.
Im Armaturenschrank auf dem Tankwagen befindet sich ein Gasmessverhüter, in dem vorhandene Lufteinschlüsse aus der Flüssigkeit ausgeschieden werden, bevor sie in den Zähler gelangen. An den Schaugläsern der Messanlage kann der luftfreie Tankvorgang beobachtet werden.
Beispiel für einen Eichstempel
Armaturenschrank auf einem Tankwagen
Quelle: Arbeitsgemeinschaft Mess- und Eichwesen (AG ME)

Bei der Abgabe von leichtem Heizöl im geschäftlichen Verkehr ist das Volumen auf 15 °C umzurechnen und der Heizölabrechnung zugrunde zu legen.
Also ist die Betriebstemperatur (Fülltemperatur) des gemessenen Volumens, die im Sommer oder Winter sehr unterschiedlich sein kann, mit der Meßanlage automatisch oder manuell umzurechnen, damit eine einheitliche Verrechnungsbasis geschaffen wird.
So verändert das Heizöl sein Volumen abhängig von der Temperatur. Z. B. dehnen sich 1000 Liter Heizöl bei einem Temperaturanstieg von 15 °C auf 25 °C um 8,4 Liter aus.
Die Temperatur des Bezugsvolumens wird mit einem geeichten Thermometer in unmittelbarer Nähe des Zählers gemessen, die mittlere Temperatur bestimmt und auf dem Lieferschein dokumentiert: Das gemessene Betriebsvolumen am Zähler und die gemessene mittlere Betriebstemperatur wird mit dem Umwertefaktor für Heizöl EL (0,00084/°C) umgerechnet.
Bei Meßanlagen ohne automatische Mengenumwertung sollten die Angaben des Lieferanten nachgerechnet werden. Die Berechnung erfolgt nach der Formel:
          V0= VBetrieb * [ 1 + 0,00084 * (15 °C - tBetrieb)]
VBetrieb= Am Zähler abgelesenes Volumen
tBetrieb = Temperatur während der Abgabe

Außerdem sollte man bei der Betankung anwesend sein und prüfen, ob das Zählwerk auf Null gestellt wurde und die Messung mit Null beginnt. Bei dem Ausdrucken des Lieferscheins sollte man anwesend sein und überprüfen, ob das angegebene Volumen auf die Bezugstemperatur von 15 °C umgerechnet wurde.
 

Technische Regeln Ölanlagen (TRÖl) "Alles was man braucht
 
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