Neben großen Acker- und Wiesenflächen müssen auch alle Häuser, bei denen stehendes Grundwasser unterhalb der Sohle steht oder die in feinkörnige Untergründe mit versickerndem Oberflächenwasser gebaut sind, nach DIN 4095 "Baugrund — Dränung zum Schutz baulicher Anlagen" ein Drainungssystem haben. Bei den Gebäuden ist auf die üblichen Abdichtungen gegen nicht drückendes Wasser und den horizontalen Isolierungen zu achten. Hier kommen in flachen Gegenden Ringdrainagesysteme und in Hanglagen u-förmigen Dränagesysteme zum Einsatz, die das Dränwasser auffangen und dann vom Grundstück wegleiten.
Dränanlage
Quelle: FRÄNKISCHE ROHRWERKE Gebr. Kirchner GmbH & Co. KG
Damit Dränwasser nicht direkt in die öffentliche Kanalisation gelangt, muss es über Drainagesysteme oder eine Dränung gesammelt und dann speziell abgeleitet werden.
Bestandteile eines Grundstück-Dränagesystems
  • Dränleitung - Dränrohren zur Aufnahme und Ableitung des aus der Dränschicht anfallenden Wassers. Flexible Drainagenrohre sollten > 5 % und Stangendränrohre > 0,5 % Gefälle haben.
  • Dränschicht - Wasserdurchlässige Schicht  aus Sickerschicht und Filterschicht
  • Kontroll- und Spüleinrichtungen - Die Dränleitung sollte mit einer Kanal-TV-Technik inspiziert werden können. Zur Reinigung kann die gebräuchliche Kanalspültechnik verwendet werden. Das Spülgut wird im Sandfang abgesaugt.
  • Abpumpsystem - Ein Pumpenschacht oder Pumpensumpf ist ein Bestandteil einer Drainage (Hebersumpf)
In größeren Anlagen müssen an den Knickpunkten und Revisionsschächten Reinigungsöffnungen eingebaut werden. Bei einem Flächendrän sind auch unterhalb der Bodenplatte Dränrohre vorzusehen, weil auch hier unterhalb des Kellerfußbodens mit Wasser zu rechnen ist.
Auf einem Grundstück müssen alle erdberührten Wände und Bodenplatten, die Schichtenwasser (Oberflächenwasser) und stauendem Sickerwasser ausgesetzt sein können, nach DIN 4095 durch eine Dränage geschützt werden.
 
Bestandteile einer Dränanlage an einem Gebäude - Sickerplatte, Filtervlies, Stangendränrohr, Kontrollschacht
Quelle: FRÄNKISCHE ROHRWERKE Gebr. Kirchner GmbH & Co. KG

Dränage eines Streifenfundamentes

 

Funktion eines Pumpenschachtes
Quelle: FRÄNKISCHE ROHRWERKE Gebr. Kirchner GmbH & Co. KG
Die Art der Dränage ist von den jeweiligen Gegebenheiten abhängig.
Die vor der Abdichtung liegende vertikale Dränschicht leitet das Wasser rückstaufrei in die Kiespackung ab und übernimmt gleichzeitig den Schutz der Abdichtung. Das Vlies wirkt als Filter und hält Feinteile aus dem Boden zurück, um eine filterstabile Dränanlage zu erhalten.
Die Flächendränung besteht bei Gebäuden mit einer Grundfläche < 200 m2 aus einem Flächenflilter aus filterstabilem Geotextil und einer kapillarbrechenden Kiesschicht (Körnung 8/16). Bei Grundflächen > 200 m2 sind zusätzliche Dränrohre erforderlich. Sie sind an die Ringdränage anzuschließen und über diese zu entwässern.
Einbauhinweise

1. Herstellung eines ausreichend breiten Rohrgrabens außerhalb des Fundament-Druckausbreitungsbereiches nach DIN 4123 - "Ausschachtungen, Gründungen und Unterfangungen im Bereich bestehender Gebäude"

2. Auslegen des Filtervlieses auf dem Boden des vorbereiteten Rohrgrabens (Hinweis: Bahnenbreite sollte zur Ummantelung der gesamten Kiespackung ausreichen)

3. Einbringen einer mindestens 10 cm dicken Kiesschicht (empfohlen: Kies 8/16)

4. Herstellung des Rohrgefälles auf der Kiesschicht von mindestens 0,5 % Gefälle, beginnend am Hochpunkt mit mindestens 20 cm unter OK Bodenplatte

5. Verlegung des Dränrohres und Einbau der Kontrollschächte

6. Überschüttung des Dränrohres mit Kies allseitig > 10 cm (Einbau Vertikalsickerplatte)

7. Abdecken der Kiespackung mit Filtervlies, Überlappung an den Stößen > 10 cm

Wenn der Einleitpunkt (Vorflut oder Kanalanschluss) höher als der Tiefpunkt der Dränleitung liegt, dann ist eine Pumpstation (Pumpenschacht) notwendig, die das Dränwasser auf dieses Höhenniveau pumpt. In diesem Fall kann der Pumpenschacht als Rückstausicherung eingesetzt werden. Er sollte einen Alarmgeber (Hupsignal bei Ausfall der Pumpe) haben. Zur Wartung sollte die Pumpe leicht herausnehmbar sein. Quelle: FRÄNKISCHE ROHRWERKE
 
Dränage-Systeme - FRÄNKISCHE ROHRWERKE Gebr. Kirchner GmbH & Co. KG
Dränung nach DIN 4095 - Prof. Dr.-Ing. Peter Schmidt

Drainagepflug
Quelle: Karl Möhle GmbH
Grabenfräse
Quelle: Quentin Landtechnik GmbH
Grabenfräse im Einsatz
Quelle: Sabine Rübensaat-BauernZeitung-Deutscher Bauernverlag
Drainagespülung
Quelle: Tyro Products B.V.

Flächendrainage

Eine fachgerechte Drainage verbessert in der Landwirtschaft den Bodenwasserhaushalt und ist eine Voraussetzung für eine leichte Bewirtschaftung. Aber auch im Tief- und Straßenbau sind Dränagen zur Trockenlegung von Baugruben, zur Wiederherstellung von Vorflutverhältnissen oder für die Entwässerung von Sportplätzen eine wichtige Technik.

Das Wasser wird in perforierten Kunststoffrohren (Rollen bis zu 300 m Länge, schmale Schlitze mit einer Breite 0,6 und 1 mm und eine Länge von 0,6 bis 2 mm - DN 50 bis DN 400) aufgenommen und unter dem hydraulischem Druck in Gräben oder Bächen (Vorfluter) abgeleitet. Damit kein Wasser zurückdrängen kann und keine Tiere eindringen können, werden in die Ausmündungen Rückschlagklappen und/oder Gitter eingesetzt. Die flexiblen Rohre sind außen gewellt und haben eine glatte Innenwandung. Um das Einschlämmen von Feinmaterial (Ton- und Schluffanteile) zu vermindern und die Rohre vor mechanischem Druck zu schützen, können die Rohre mit Filtermaterial (Drainagefilterschlauch) ummantelt werden.

Verlegearten
Mit dem Fräs-/Pflugverfahren werden mit Spezialmaschinen flexible Drainagerohre in den Boden eingebracht. In der Regel werden die Rohre mit dem Pflugverfahren "grabenlos" mit einem Drainagepflug, der einen schmalen Schlitz in den Boden zieht und im Tiefpunkt bei 0,8 bis 1 m die Rohrleitung über eine bogenförmige Führung einlegt, ausgeführt.
Mit einer Grabenfräse, die mit einem umlaufenden Ketten- und Frässystem ausgestattet ist, wird ein schmaler Graben hergestellt, in dem die Rohrleitung eingelegt wird.
Bei einem Maulwurfpflug wird eine schmale Pflugschar durch den Boden gezogen, an deren unterem Ende sich ein Presskopf befindet, der eine Rohrleitung in den Boden zieht. Diese Technik wird bei bindigen, ausreichend plastischen Böden eingesetzt. Die Tiefe dieser Drainageleitungen beträgt ca. 60 cm und haben einen Abstand ca. 2 m.
Der gefällegerechte Einbau der Drainage wird durch eine Lasersteuerung sichergestellt.

Je nach dem Verschmutzungsgrad müssen die Drainageleitungen gespült werden. Sie sollten  nur in Fließrichtung des Dränagewassers gespült werden. Der Spüldruck ist dem Rohrmaterial anzupassen (Herstellerangaben).

 

Dränagetechnik / 200 Meter auf der Rolle - Quentin Landtechnik GmbH
Horizontale Drainagen - Karl Möhle GmbH
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