offene Heizungsanlagen bis 100° C

Geschichte der Sanitär-, Heizungs-, Klima- und Solartechnik
Abkürzungen im SHK-Handwerk
Bosy-online-ABC

Offene Heizungsanlagen sind im Laufe der Jahre in Vergessenheit geraten, weil die damals überwiegenden Nachteile gegenüber geschlossenen Anlagen mit tiefliegendem Membran-druckausdehnungsgefäß, z. B.
  •  Korro ssion im Bereich des hochliegenden Gefäßes
  •  fehlender Zulaufdruck an den oft viel zu staken Pumpen bei hochen Systemtemperaturen
  •  unnötig viel Rohrleitungen
  •  Einfriergefahr des Gefäßes
  •  der angeblich hohe Eintrag von Luft in die Anlage
Bei den Umstellungen dieser Anlagen zu geschlossenen Anlagen wurden viele Fehler gemacht und auch die Vorteile der offenen Anlagen waren nicht mehr vorhanden, z. B.
  •  automatische Ausgasung der Luft an der wärmsten Stelle der Anlage (Sicherheitsvorlauf) in das Gefäß
  •  der Nullpunkt der Anlage liegt immer am Sicherheitsrücklaufanschluss bzw. -vorlauf (nach der alten DIN 4751 T. 2)
  •  zentrale Entlüftung der Anlage über Entlüftungsleitungen an den Strangenden
  •  Nutzung der Sicherheitsleitungen als Sommerstrang
In offenen Heizungsanlagen mit nicht schnellregelbaren Brennstoffen (Kohle, Holz) wird die Eigensicherheit durch die Schwerkraftzirkulation im Sicherheitsvor- und -rücklauf gewährleistet. Damit die Zirkulation in den Sicherheitsleitungen nicht zu groß ist, wird die Schwerkraftzirkulation durch ein Drosselventil (Drossel-T-Stück) einreguliert. Bei dem Ausfall der Wärmeabnahme im Heizsystem (z. B. durch den Ausfall der Pumpe oder abgestellte Heizflächen) verdampft an der Entlüftung an der höchsten Stelle der Anlage ein Teil des Wassers. Dadurch wird Wärme abgeführt und das Zurückströmen des kalten Ausdehnungswassers kühlt den Wärmeerzeuger bis zum Abbrand der Kesselfüllung ab. Durch die Dampfbildung entstehen Dampfschläge, die einen Fehler an der Anlage signalisieren.
Eine Anlage, die heute noch in Betrieb ist.
Heutzutage werden wieder zunehmend Festbrennstoffkessel (Holz- und Pelletkessel, Kamineinsätze mit Wassertaschen) eingebaut, die keine oftmals keine thermische Ablaufsicherung haben. Hier wird wieder die eigensichere Anlage eingesetzt, weil diese Wärmeerzeuger nicht schnell regelbar sind und auch keinen Sicherheitstemperatur-begrenzer haben.
Auch in Häusern mit Eigenwasserversorgung, ohne Stromanschluss oder in Gebieten mit häufigem Stromausfall ist diese Anlagenart die einzig mögliche Absicherungsart. Hier bietet sich auch die Schwerkraftheizung an.
Für die Absicherung von offenen Anlagen wurden die Vorgaben der nicht mehr gültigen DIN 4751 Teil 1 in die DIN EN 12828 (Kapitel 4.6.3) übernommen.
Aber 
...... ein Punkt sollte immer beachtet werden. Der Pumpenzulaufdruck muss gewährleistet sein, damit es nicht zu Kavitationsschäden (hohe Systemtemperatur) an den Umwälzpumpen kommt, deswegen ist eine offene Anlage mit geringer statischer Höhe und im Dachgeschoss eher problematisch.
SUN SAVE Standardspeicher - ein multifunktionaler druckloser Pufferspeicher
der Nullpunkt in offenen Anlagen
Offenes DIN-Gefäß - Fa. Huch GmbH Behälterbau
Offenes DIN-Gefäß - Fa. FW HEIDER GmbH
Ausdehnungsgefäß - MAG - Sicherheitseinrichtung in Heizungsanlage
immer wieder wird nach einer Forsterheizung gefragt - Etagenheizung aus Forst
druckloses Ausdehnungsgefäß
Quelle: Laing

Eine spezielle Ausführung einer offenen Anlage

Ein druckloses Ausdehnungsgefäß (Fa. Laing) hat neben der Ausdehnungsleitung eine zusätzliche Verbindung zur höchsten Stelle des Fußbodenheizungssystems, über welche die im System enthaltene Luft in das Ausdehnungsgefäß entweichen kann. Diese Art der Entlüftung scheidet die Luft aus den Fußbodenheizkreisen besser aus als die Abscheidung aus mit Druck beaufschlagten Systemen.

Diese Ausdehnungsgefäß mit schwimmender Membran gab es von der Firma Reflex Winkelmann GmbH + Co. KG. Bei diesem Gefäß wurde der Lufteintrag bei offenen Anlagen durch die trennende Membran erheblich verringert, weil das Anlagenwasser nur noch über die kleine Querschnittsfläche des Sicherheitsvorlaufes mit der Atmosphäre in Verbindung stand und im Gefäß keine Zirkulation stattfand. Da aber offene Anlagen nicht mehr "modern" sind, wurde die Herstellung wohl eingestellt. Ob es möglich ist, ein MAG entsprechend umzubauen, müsste mit den jeweiligen Herstellern besprochen werden.

Hydrometer
Quelle: Schneider
Prüf- oder Absperrhahn
Entlüftungshahn
Quelle: Riegler
Quelle: Parker Hannifin Europe SALR
In offenen Wasser-Heizungsanlagen oder anderen offenen Anlagen (z. B. Speicher) werden Hydrometer eingesetzt. Das Ziffernblatt hat eine Meter-Skala und der maximale Wasserstand sollte mit einer roten Marke gekennzeichnet sein.

Einbauort

Am Wärmeerzeuger oder im Vor- oder Rücklauf unabsperrbar vom Wärmeerzeuger. Das Hydrometer muss beim Nachfüllen ablesbar sein.

Vor dem Hydrometer wird meistens ein Wartungs- bzw. Prüfhahn eingebaut, damit das Messgerät überprüft bzw.gereinigt werden kann.

Es ist auch möglich einen Absperrhahn in die Druckleitung zum Mano- Hydrometer einzubauen. Durch Freigabe des Hubes wird die Zuleitung geschlossen und das Manometer entlüftet. Ein Feststellriegel bewirkt eine Dauerfreigabe der Mano- bzw. Hydrometer-Druckleitung.


Anlaufstrecke
Der Begriff "Anlaufstrecke" wird bei verschiedenen Anwendungen in der Heizungstechnik angewendet.
Wenn ein seitlicher Versatz des Ausdehnungsgefäßes einer offenen Heizungsanlage notwendig ist, so darf es maximal um das Zehnfache der senkrechten Anlaufstrecke seitlich versetzt werden.
Atmosphärische und schlecht ziehende Feuerstätten für feste oder flüssige Brennstoffe sollten unmittelbar hinter dem Abgasstutzen eine senkrechte Anlaufstrecke von mind. 1 m haben, damit die Ab- bzw. Rauchgase abziehen können.
Bei der Montage eines 4-Wege-Mischers muss die Anlaufstrecke mindestens 0,5 m über der Oberkante des Kessels lang sein, damit die Schwerkraftwirkung in Betrieb kommt.
Luftabscheider (Lufttöpfe) benötigen eine Anlaufstrecke (Beruhigungsstrecke) von ca. 0,5 m, damit eine wirkungsvolle Luftauscheidung stattfinden kann.
Anlaufstrecke bei einem 4-Wege-Mischer
Offene und geschlossene Ausdehnungsgefäße
Sicherheitstechnische Einrichtungen - WWH nach DIN EN 12828
Thermische Ablaufsicherung - TAS
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