Angebot <> Kostenvoranschlag

UVP - Listenpreis

(keine Rechtsberatung und ohne Gewähr)

Geschichte der Sanitär-, Heizungs-, Klima- und Solartechnik
Abkürzungen im SHK-Handwerk
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Für Angebote oder Kostenvoranschläge ist keine besondere Form vorgeschrieben. Auch im Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) ist zu diesem Thema nichts festgelegt. Danach kann schon eine direkte mündliche (auch telefonisch) Aussage rechtlich wirksam werden.
Wenn aber über ein Lastenheft (was und womit) ein Pflichtenheft (wie und womit) erstellt werden soll, dann ist hier eine normgerechte Form einzuhalten.

Das BGB schließt eine Bezahlung für die Erstellung eines Angebotes ausdrücklich aus, weil dies zu den allgemeinen Unternehmerrisiken gehört. Da aber ein Handwerksbetrieb für die Ausarbeitung eines Angebotes viel Arbeitszeit investiert, ist es möglich mit dem Kunden im Voraus festzulegen, dass es im Fall der Nichtbeauftragung mit einem angemessenen Betrag berechnet wird. Eine weitere Ausnahme liegt vor, wenn das Angebot eine Leistung enthält, die der Kunde ohne Auftragserteilung nutzt, die er nur gegen Entgelt erhalten hätte.

Hieraus ergibt sich auch ein Grund, dass es schwierig werden kann, eine Firma zu finden, die ein Angebot abgibt. Zumal Angebote vom "zukünftigen" Auftraggeber auch dazu genutzt werden, sich die Bauteile selber im Internet zu kaufen oder damit bei anderen Firmen anfragen.

In einem Angebot richtet sich der Anbieter an eine bestimmte Person oder Einrichtung. Mit dem Angebot erklärt er, unter welchen Voraussetzungen er bereit ist, Waren zu liefern oder eine (Werk)Leistung zu erfüllen. Nach der Annahme des Angebotes ist der Anbieter rechtlich an sein Angebot gebunden.

Ein Angebot kann aber auch eingeschränkt werden. Hierzu ist eine Freizeichnungsklausel notwendig. Hier gibt es z. B. folgende Formulierungen:

      •   Lieferung unverbindlich, freibleibend
      •   ohne Obligo
      •   Preis freibleibend, vorbehalten und solange der Vorrat reicht

Die Mitarbeiter einer Firma haben normalerweise keine Vollmacht, gegenüber Kunden Angaben zu Preisen zu machen. Aber der Kunde wird sich an solchen "Schätzungen“ orientieren und die (höhere) Rechnung beanstanden. Deshalb sollten die Mitarbeiter schriftlich darauf hingewiesen werden, dass sie nicht berechtigt sind, Preisangaben gegenüber dem Kunden zu machen. Dieser Passus sollte auch in den "Allgemeine Geschäftsbedingungen“ (AGB) vorhanden sein.

Die AGB's müssen vom Kunden bei Vertragsschließung unterzeichnet werden. Er sollte sie allerdings schon frühzeitig zur Kenntnis nehmen, sodass sie häufig einen Bestandteil der Angebotsmappe darstellen. Kennt der Kunde früh genug die Angebotsbedingungen, ist der Kauf bzw. die Inanspruchnahme einer Dienstleistung transparent und das Verhältnis von Kunden und Betrieb kann so gestärkt werden.

Die Bindungsfrist eines Angebotes oder eines Kostenvoranschlages ist im BGB nur allgemein formuliert. Sie ist im Einzelfall von der Reaktionszeit des Kunden, die sich aus der Verkehrssitte des entsprechenden Vorhabens ergibt, abhängig. Es geht also um die Höhe des Angebots/Kostenvoranschlags und um die Sache. So ist bei größeren Bauvorhaben ist die Überlegungszeit für den Kunden natürlich länger als bei Preisanfragen z. B. wegen einer kleinen Armaturen-Reparatur. Deswegen sollte grundsätzlich eine Bindungsfrist festgelegt werden.

Ein Kostenvoranschlag ist nur eine momentane Kostenübersicht, die nicht rechtlich bindend ist. Er ist eine fachmännische Schätzung. Deshalb kann die Rechnung auch vom Kostenvoranschlag abweichen, wenn ein Schätzfehler vorliegt. Man nennt sie deshalb auch unverbindliche Angebote. Kostenvoranschläge beinhalten normalerweise eine detaillierte Aufstellung des erforderlichen Geldbetrages.
Bei Kostenvorschlägen kann nach dem BGB eine wesentliche Überschreitung des Kostenvoranschlages in Rechnung gestellt werden, wenn das Werk nicht ohne die zusätzlichen Kosten ausgeführt werden kann. Hier sehen die Gerichte bis 20 % als normal an. Sollte dieser Prozentsatz überschritten werden, dann muss der Unternehmer dem Kunden die Überschreitung unverzüglich anzeigen bis zur Annahme mit der Ausführung warten. Der Kunde ist aber auch zur Kündigung des Vertrages berechtigt. Er ist aber dann zur Bezahlung der bis zu dem Zeitpunkt angefallenen Kosten verpflichtet.

Unverbindliche Preisempfehlung
Hersteller von Qualitäts- oder Markenprodukten versuchen immer wieder ihre Produkte im Markt durch eine "Unverbindliche Preisempfehlung" (UVP) zu einem angemessenen Preis zu verkaufen. Eine UVP muss aber wirklich "unverbindlich" sein, hat das Bundeskartellamt (B3 – 123/08 - 25. September 2009) festgelelegt. Eine einseitige Vorgabe von UVP's ist also prinzipiell zulässig. Die vertikale Preisbindung durch Festlegung von Fest- oder Mindestpreisen ist In Deutschland und in der europäischen Union gesetzlich verboten. Ein Hersteller darf also seine Abnehmer nicht verpflichten, die von ihm gelieferte Ware nur zu dem von ihm festgelegten Preis weiter zu veräußern. Auch die sog. "Mondpreise", also Preise, die zwecks Werbung willkürlich festgesetzt wurden, sind nicht zulässig.
Grundsätzlich ist es nicht verboten, bei der Übermittlung der UVP entsprechende Erläuterungen zu den Gründen der Preisstrategie mitzuteilen. Dabei darf aber nicht der Eindruck entstehen, dass dem Händler die unabhängige Entscheidung über die Festlegung des Wiederverkaufspreises genommen wird. Die UVP muss bei der Festlegung und Verwendung auf einer angemessenen nachweisbaren Kalkulation des Herstellers beruhen.

Listenpreis
Listenpreise sind in der Regel Großhandelspreise, die als Nettopreise ohne Mehrwertsteuer angegeben werden.
Der Listenpreis ist in der Regel höher als der tatsächliche Verkaufspreis, da bei der Kalkulation des Listenpreises die zu gewährenden Abzüge (Rabatt, Skonto, Bonus, Provision) berücksichtigt werden.
Im Einzelhandel gibt es zwei Listenpreise. Dies kann eine Preisempfehlung des Herstellers oder ein vom Händler ermittelter Verkaufspreis sein. Viele Hersteller drucken ihre unverbindlichen Preisempfehlungen auf der Produktverpackung ab, an die der Einzelhändler aber nicht gebunden ist. Ausnahme gibt es bei wenigen Produkten (Zigaretten, Bücher, Zeitschriften), die einer Preisbindung unterliegen.

Angebotsmappe - Schlender Ringmappen GmbH & Co. KG
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