Nahwärme

 Wärmecontracting - Wärmelieferung

Geschichte der Sanitär-, Heizungs-, Klima- und Solartechnik
Abkürzungen im SHK-Handwerk
Bosy-online-ABC

Nahwärme umschreibt eine Art der Wärmeversorgung, bei der die Wärmeerzeugung unmittelbar vor Ort, häufig in den zu beheizenden Objekten selbst oder aber in deren unmittelbarer Nähe stattfindet. Ausgangspunkt ist eine Heizzentrale in einer Neubausiedlung oder eine Biogasanlage, die ihre Abwärme abtransportieren muss.
Eine Möglichkeit der begrifflichen Differenzierung, bei allerdings gleicher Unternehmenszielstellung zwischen Nah- und Fernwärme, liegt darin, dass bei der Nahwärme die Umwandlung von Primärenergie in Wärme vor Ort, also in der Nähe der Verbraucher erfolgt, während bei der Fernwärme die Wärme meist als Koppelprodukt bei der Erzeugung elektrischer Energie entsteht und über ein mehr oder weniger verzweigtes Fernwärmenetz an die Wärmenutzer herangeführt wird.

Heizzentrale - Motorenraum
Quelle: Gemeinde Buttenwiesen

Nah- und Fernwärmesysteme sind vom Prinzip her einfach. Die Nah-/Fernwärme wird in einem zentralen Heizwerk oder Heizkraftwerk erzeugt und versorgt Einzelobjekte, Betriebe, Siedlungen mit Wärme. Heizwerke dienen hierbei ausschließlich der Wärmeversorgung, während Heizkraftwerke nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung sowohl elektrischen Strom als auch gleichzeitig Fernwärme liefern. Die Energie (Wärmeenergie) wird heutzutage in Form von heißem/warmem Wasser über ein gut wärmegedämmtes Rohrleitungssystem zu den einzelnen Abnehmern transportiert.
Das Rohrleitungssystem besteht aus einer Vorlaufleitung, die den Abnehmer mit Heizwasser versorgt und einer Rücklaufleitung, die das möglichst tief abgekühlte Wasser wieder zum Wärmeerzeuger zurückführt, wo es erneut erwärmt wird. Pumpen sorgen für die Wärmeverteilung im Netz. Eine Druckhalteanlage verhindert das Verdampfen des heißen Wassers.

Die Wärmeübergabe an den Verbraucher erfolgt in einer Hausanschluss- bzw. Umformerstation, in der eine Systemtrennung zwischen Fern-/Nahwärmenetz und Hausanlage vollzogen wird (bei einer indirekten Übergabe fließt das Wasser der Fern-/Nahwärmeleitung nicht durch die Heizungsleitungen im Haus). In dieser Hausanschluss- bzw. Umformerstation wird über einen Wärmetauscher das in der Hausanlage zirkulierende Heizungswasser durch das Fern-/Nahwärmewasser erwärmt. Ein zweiter Wärmetauscher ist für die Trinkwassererwärmung zuständig. Der Verbrauch an Wärmeenergie kann vom Kunden einfach und exakt mit Wärmezähler abgelesen werden.
Quelle: Danfoss GmbH
Indirekte Hausstation
Quelle: EON Hanse Wärme
Die indirekte Übergabe von Nah- bzw. Fernwärme ist heutzutage vor allen Dingen im Wohnungsbau die übliche Bauweise. Hier werden beide Seiten hydraulisch voneinander entkoppelt. In der Regel hat jede Übergabestation je einen Wärmetauscher für die Heizungs- und Trinkwasser-Erwärmungsanlage.
Der Hausanschlussraum zur Unterbringung des Hausanschlusses und Übergabeeinrichtungen § 11 AVB FernwärmeV und der Einrichtungen der Kundenanlage § 12 AVB FernwärmeV muss dienen Vorgaben entsprechen. Die FernwärmeV ist immer Bestandteil der AGB's der Wärmelieferanten.

Das aufbereitete Fernheizungswasser muss der DIN EN 12953-10, der VDI 2035 sowie der TRD 612 und dem VdTÜV-Merkblatt 1466 entsprichen. Es darf nicht entnommen oder neu befüllt werden.

Die Hausanlage muss nach den gesetzlichen Bestimmungen, den einschlägigen Normen und Regelwerken sowie den anerkannten Regeln der Technik ausgelegt und gebaut werden. Nur so kann eine richtige Wärmelieferung und Übergabe stattfinden. Kundenanlagen sind mit zentralen, selbsttätig wirkenden Einrichtungen zur Verringerung und Abschaltung der Wärmezufuhr sowie zur Ein- und Ausschaltung elektrischer Antriebe (Pumpen) in Abhängigkeit der Temperatur und der Zeit (Nachtabsenkung) auszustatten, da die meisten Lieferanten wegen der Trinkwassererwärmung im Bereich zwischen ca. 70 - 90 °C gleitend die Wärme liefern.

Fernwärmestation für Heißwasser mit indirektem Anschluss
-Hydraulischer Aufbau, Funktionsbeschreibung und Regelsystem-

Fernwärme-/Nahwärmeübergabestation
Eine kompakte Übergabestation zur hydraulischen Entkoppelung der Nah- und Fernwärmeversorgung von Gebäuden hat den Vorteil, dass alle notwenigen Bauteile (Wärmetauscher, Armaturen, Wärmemengenzähler, Regelung) auf kleinstem Raum vorhanden sind und eine passende Dämmung (z. B. EPP-Dämmsystem [Expandiertes Polypropylen]) werkseitig vorhanden ist.
Die Komponenten (Sekundär-Heizkreis, Frischwasserstation, Regelung) sind in einer Sandwich-click-Konstruktion mit Stabilisatoren und einer aufgesetzten Wärmedämmhaube selbsttragend verbaut. Die Anschlüsse der Primär- und Sekundärmedien (Warmwasser, Heißwasser) sind sowohl oben als auch unten frei wählbar. Alle sicherheitstechnischen Bauteile, Entleerungen bzw. Spülanschlüsse, Entlüftung und Manometer können in die Fernwärmestation integriert werden.
Bei den in die Rohrstrecken integrierten, mit Feinsieben bestückten, Schmutzfängern sind sowohl primär als auch sekundär Spülanschlüsse nachrüstbar. Der Wärmemengenzähler ist von außen frei zugänglich und ablesbar. Der eingesetzte Wärmetauscher aus Edelstahl ist durch seine große thermische Länge in einem breiten Leistungsspektrum einsetzbar. Der Fühler für die Sekundär-Vorlauftemperatur ist entgegen der Strömungsrichtung direkt am Ausgang des Wärmetauschers platziert. Das sekundärseitig integrierte Sicherheitsventil dient zur hydraulischen Absicherung der Fernwärmestation. Thermometer für die Primär- und Sekundärseite sind in der Türblende des in Blech ausgeführten Schaltschrankes enthalten.


Fernwärmeübergabestation aqoClick mit außenliegendem Wärmezähler
Quelle: aqotec Gmbh

Fernwärme-Kompaktstation für  indirekten Anschluss an Fernwärmenetze - Bedienungs- und Wartungsanleitung

Differenzdruckregler - Nah- und Fernheizung
Um den Druckunterschied zwischen Vorlauf und Rücklauf einer Heizungsanlage konstant zu halten, werden Differenzdruckregler eingesetzt. Sie arbeiten entweder in Reihenschaltung zur Anlage nach dem Drosselungsverfahren oder in Parallelschaltung zur Anlage nach dem Überströmverfahren. Mit einem Drosselgerät z.B. einer Blende oder einem Ventil mit Meßanschlüssen arbeiten sie auch als Mengenregler und begrenzen bei Fernheizungen den Anschlusswert. Das Ventil enthält in beiden Fällen ein zweiseitig beaufschlagtes Membransystem und eine Gegenfeder.zur Einstellung des Sollwertes.
Die Fernwärme-Versorgungsunternehmen sind darauf angewiesen, den maximalen Volumenstrom-Bezug jeder Übergabestation zu kennen und auch zu begrenzen.
Die Grundkennlinie eines Ventils zeigt den Volumenstrom durch das Ventil, in Abhängigkeit vom Ventilhub, bei konstanter Druckdifferenz über dem Ventil. Wird also die Druckdifferenz über dem Ventil konstant gehalten, kann mit einer mechanischen, elektromechanischen oder elektronischen Hubbegrenzung auch der maximale Volumenstrom durch das Ventil begrenzt werden. Diese Volumenstrom-Begrenzung wird durch das Fernwärme-Versorgungsunternehmen plombiert. Durch den Ausgleich der Druckschwankungen im Fernwärme-Verteilnetz wird auch die Regelbarkeit der Übergabestation verbessert.
Weil die Druckdifferenz-Regelung und die Sekundär-Vorlauftemperaturregelung (auf ein primärseitiges Regelventil wirkend) zum Standart jeder Übergabestation gehört, bieten die Regelgeräte-Hersteller "Kombiventile" an, die Durchgangs-Regelventile mit eingebautem Druckdifferenz-Regler sind.
Differenzdruck- und Temperaturregler mit Volumenstrom-begrenzung ohne Fremdenergie
Quelle: Danfoss GmbH
Der Differenzdruck- und Temperaturregler mit Volumenstrombegrenzung ohne Fremdenergie wird in Fernwärmeanlagen. Der Regler ist drucklos geöffnet und schließt bei steigendem Differenzdruck oder steigender Temperatur bzw. wenn der eingestellte maximale Volumenstrom überschritten wird. Die Regler können mit Thermostaten oder Schutz-Temperatur-Wächtern kombiniert werden.
Je nach Ausführung bestehen die Regler aus einem Regelventil mit einstellbarer Volumenstrombegrenzung, einem Kombinationsstück zum Anschluss des Thermostaten, einem Antrieb mit einer Stellmembrane bzw. zwei Stellmembranen und einem Handgriff für die Einstellung des Differenzdrucksollwerts.
Auch ein Regelventil mit einstellbarer Volumenstrombegrenzung, einem Antrieb mit einer Stellmembrane und einem Anschlussstück für den Thermostaten sind lieferbar.
Alle Regler können nur in die Rücklaufleitung eingebaut werden.
Anwendungsbeispiele - Differenzdruck- und Temperaturregler mit Volumenstrombegrenzung
Quelle: Danfoss GmbH
Differenzdruck- und Temperaturregler mit Volumenstrombegrenzung - Danfoss GmbH
Volumenstrom- und Temperaturregler mit / ohne Motorstellventil - Danfoss GmbH
Vor dem Einbau eines Regelventils in die Rohrleitung muss die Anlage fachgerecht gespült und wenn erforderlich, gereinigt werden. Außerdem ist für das Heizungswasser mindestens die VDI Richtlinie 2035 zu beachten. Für Industrie- und Fernwärmeanlagen ist das VdTÜV-Merkblatt 1466/AGFW-Merkblatt 5/15 zu beachten.

Die Idee, Fernwärme in größerem Umfang und kommerziell zu nutzen, entstand gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Durch die Verringerung der Anzahl der Feuerstätten in den Innenstädten wurde die Gefahr von Bränden gemindert und der Verschmutzung durch Kohle und Asche Einhalt geboten. Wesentlicher Gesichtspunkt ist die Möglichkeit, den Wirkungsgrad von kalorischen Kraftwerken zu erhöhen, indem man mittels sogenannter Kraft-Wärme-Kopplung Wärmeleistung zwischen den Turbinenstufen auskoppelt. Wasser ist mit seinem hohen spezifischen Wert für die Wärmekapazität besonders geeignet als Medium für den Wärmetransport. Im Bereich der Fernwärme wird es im flüssigen und gasförmigen Aggregatzustand (Dampf) verwendet. Das Medium wird in wärmegedämmten Rohrleitungen in einem kontinuierlichen Kreislauf gefördert. Beim Verbraucher erfolgt die Wärmeübergabe mit Hilfe einer Übergabestation, die aus verschiedenen Komponenten bestehen kann. Die Erzeugung von Fernwärme erfolgt in der Regel in KWK-Kraftwerken, Müllverbrennungsanlagen, Fernheizwerken und Blockheizkraftwerken. Als Brennstoff werden die verschiedenen Formen der Kohle, Öl, Gas, Holz und Holzprodukte und Müll in verschiedenen Zusammensetzungen und Aufbereitungsformen verwendet.

Wegen des auch bei sehr guter Wärmedämmung nicht zu vermeidenden Wärmeverlustes über längere Strecken und des hohen Investitionsaufwandes für das Leitungssystem eignet sich Fernwärme nur bei dichter Bebauung.

In Deutschland hat Mannheim als erste große Stadt ein flächendeckendes Fernwärmenetz errichtet. Die größten deutschen Fernwärmenetze sind in Berlin und Hamburg zu finden. Flensburg gehört zu den Städten mit dem höchsten Marktanteil bei Fernwärme (>90 %). In den skandinavischen Ländern ist die Fernwärme sehr weit verbreitet.

Fernwärmeverordnung (AVBFernwärmeV)

Two-step house substation with one radiator circuit and one domestic hot-water circuit

Mobile Heizung & Warmwasser
Fernwärmeversorgung - Technische Anschlussbedingungen (TAB) - Beispiel Schwandorf
Anlagenhydraulik und Wärmeversorgung > Druckverhältnisse in Heiznetzen
Leitfaden zur Wärmenutzung bei Biogasanlagen
Gesetz zur Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung – KWK-G 09 -
Staatliche Förderungen

Wärmelieferung - Wärme-Contracting

Wärme-Contracting ist eine Dienstleistung, die vertraglich zwischen dem Auftraggeber (Contracting-Nehmer - Hauseigentümer bzw. Vermieter) und Auftragnehmer (Contractor - öffentliche und private Energielieferanten, mittelständischen Heizungsbauunternehmen) abgeschlossen wird.
Es wird zwischen einem Teil-Contracting (nur Wärmelieferung) und Full-Contracting (Wärmelieferung und zusätzlich das Betreiben der Anlagentechnik) unterschieden. Die Kosten werden direkt mit dem Mieter abgerechnet.

Die Miteigentümer einer Wohnungseigentümergemeinschaft oder Eigentümer eines Hauses, die einen Contracting-Vertrag abschließen, sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass Sie sich für lange Zeit binden. Der Contractor muss den Contracting-Vertrag aufgrund der hohen Investitionskosten längerfristig anlegen. Der Vertrag läuft über zehn Jahre, ohne dass der Auftraggeber ihn ordentlich kündigen kann. Deswegen sind grundlegende Regelungen zu beachten und zu prüfen, ob die eigenen Interessen hinreichend berücksichtigt werden. Eine Grundlage kann die Fernwärmeverordnung (AVBFernwärmeV) sein.
In dem Vertrag sollten folgende Regelungen ausführlich und unmissverständlich beschrieben sein:
· Leistungsumfang
· Vertragslaufzeit und Kündigung
· Preise und Preisänderungen während der Vertragslaufzeit
· Lieferunterbrechungen und Haftung
· Abschlagszahlungen
· Abrechnung
· Anmietung des Aufstellraumes
· Eigentum an der Anlage
· Regelungen für das Ende der Vertragslaufzeit
· Vertragsweitergabe (Rechtsnachfolge)
· ein separater Stromliefervertrag muss möglich sein

Damit die Akzeptanz des Contractings verbessert wird. sollten die regenerative Energien (Bioenergie, Erdwärme, Wasserkraft, Sonnenenergie, Windenergie) eingebunden werden. Die Einspareffekte werden durch das Vorziehen einer Modernisierung, effizientere Technik, hochwertige Bauausführung, individuelle Einstellung und regelmäßige Wartung erreicht.

Contracting - alternative Energiebewirtschaftung - Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e.V.
Contracting - Definition und Grundlagen

Contracting-Formen
Die Contracting-Formen werden in der DIN 8930-5 2003-11 (Kälteanlagen und Wärmepumpen - Terminologie - Teil 5: Contracting) beschrieben. Sie sind aber gegeneinander nicht scharf abgrenzbar.
· Bei dem Energieliefer-Contracting (ELC - [Energie-Contracting]) übernimmt der Contractor die Planung, Finanzierung, Bau, Betrieb und Instandhaltung der Energieerzeugungsanlage und die Brennstoffbeschaffung. Außerdem trägt er für die Dauer des Vertrages (in der Regel 10 bis 20 Jahre) die komplette Anlagenverantwortung. Der Contracting-Nehmer bezahlt die produzierte Nutzenergie und eine Contracting-Pauschale.
Die Kosten des werden über monatliche Raten beglichen und in der Regel aus drei Teilen bestehen:
· fester Grundpreis (GP) z. B. €/kW, €/a, €/Monat
· variabler Arbeitspreis (AP) z. B. €/kWh, €/MWh
· fester Messpreis (MP) z. B. €/a, €/Monat, €/Zähler

Der Schwerpunkt des Energieliefer-Contractings in der Immobilienversorgung (Wohn- und Gewerbeimmobilien). Die durchschnittliche Verweilzeit einer Wärmeerzeugungsanlage liegt bei 15 Jahren und mehr. In dieser Zeit reduziert sich der Anlagenwirkungsgrad (75 %). Eine professionelle Anlagenerneuerung kann den Wirkungsgrad auf 95 % anheben und den Rückgang erheblich besser absenken als es der bei der Eigentümer im Eigenbetrieb kann. Der Eigentümer kann alle Betriebskosten für die Wärmeversorgung an seine Mieter über die "warmen" Nebenkosten weitergeben. Maßnahmen zur Optimierung der Wärmeversorgung, die ein Eigentümer selber durchführt, kann er nicht vollständig an den Mieter weitergeben, denn eine Refinanzierung über eine Kaltmietenerhöhung ist nur in dem Umfang möglich, wenn eine energetische Modernisierung stattfindet und die Erhaltungsanteile müssen herausgerechnet werden.
Bei einem Neubau kann der Vermieter bei der Erstvermietung wählen, ob er die Versorgung der Immobilie im Wege der gewerblichen Wärmelieferung über einen Contractor oder im nur durch die Energieversorgung darstellt.
Anders sieht es im vermieteten Wohnungsbestand aus. Der Übergang zur gewerblichen Wärmelieferung ist seit 2007 durch eine gefestigte Rechtsprechung des BGH eröffnet, wenn der umzustellende Mietvertrag dem Vermieter die Möglichkeit zur Kostenumlage aller in der BetriebskostenV aufgeführten Positionen einräumt. Bei älteren Mietverträgen gilt das für den Verweis auf Anlage 3 zu § 27 der II. BerechnungsV, sofern der Vertrag nach dem 01.04.1989 abgeschlossen worden ist.
Im BGB § 556c wird ein Gebot strikter Kostenneutralität festgeschreiben. Die "strikte Kostenneutralität" ist aktuell so interpretiert, dass sich die Betriebskostenbelastung des Mieters aus der Wärmeversorgung (ungeachtet der bei Eigeninvestition des Vermieters zumindest teilweise möglichen Kaltmietenerhöhung) bezogen auf einen Referenzzeitraum nicht erhöhen darf.


· Bei dem Einspar-Contracting (ESC [Performance-Contracting]) übernimmt der Contractor den Betrieb einer bestehenden Energieerzeugungs- bzw. haustechnischen Anlage. Dabei tätigt er die ergänzenden Investitionen in neue Anlagenkomponenten und optimiert die Abläufe in der Energieerzeugung, -umwandlung und -verwendung. Der Contractor garantiert dem Contracting-Nehmer im Vorhinein die Energie- und Kosteneinsparungen über die Vertragslaufzeit (in der Regel 3 bis 10 Jahre). Bei kurzen Laufzeiten des Einspar-Contractings werden meistens nur die wirtschaftlichsten Maßnahmen vertraglich vereinbahrt, was spätere Generalsanierungen oder langfristige Lösungen erschwert.
Die Contracting-Nehmer des ESC's sind hauptsächlich die Betreiber von öffentlichen Gebäuden, Krankenhäusern und anderen umfangreichen Liegenschaften (z. B. Industrie). Der Contractor optimiert den Gebäudebetrieb (alle Maßnahmen aus dem Bereich der Gebäudetechnik [z. B. Technikzentrale, Beleuchtung, Heizungs- und Klimaanlage]) durch eine Zusammenführung der Gebäudeautomation zu einer zentralen Gebäudeleittechnik. Dies erfolgt auf hohem technischen Niveau, wodurch sich die finanziellen Aufwendungen für Heizung, Lüftung, Klimatisierung und Regelung verringern.
Das Einspar-Contracting-Projekt wird zuerst auf die Eignung für einen langfristigen Vertrag überprüft. Hierzu muss u.a. das Alter und der Zustand von der Gebäudehülle und gebäudetechnischen Anlagen und die Eigentumsverhältnisse ermittelt werden. Um die Reduzierungs- bzw. Einsparpotenziale festlegen zu können, werden der Verbrauch und Kosten für alle Verbrauchsmedien (Elektroenergie, Heizenergie, Kälte, Dampf, Wasser und Abwasser) analysiert. Nun können die konkreten Verbesserungspotenziale ermittelt werden, die sich durch die Modernisierung der Anlagentechnik und durch eine Optimierung der Betriebsweise erreichen lassen. In  einer Feinanalyse werden die notwendigen Investitionen mit den erzielbaren Energiekosteneinsparungen verglichen und in einem konkreten Maßnahmenplan zusammengefasst, in dem unter Berücksichtigung der Vertragslaufzeit alle organisatorischen, technischen und baulichen Maßnahmen aufgeführt sind.
Bei der Inbetriebnahme der neuen Anlagen findet eine exakte Einregulierung mit einer Einstellung der zur Anlage passenden Parameter und Sollwerte statt. Nur so ist ein energiesparender sicherer Anlagenbetrieb (Raumtemperatur, Raumluftqualität, elektrische Energie) möglich.
Nach der Vertragslaufzeit stehen dem Contracting-Nehmer die Einsparungen in voller Höhe zur Verfügung. Die eingebrachten Anlagen gehen, je nach Vertrag, von Beginn an oder nach Ablauf der Laufzeit (BGB) auf den Gebäudeeigentümer über.

Contracting Leitfaden Hesse 2012


· Bei dem Anlagen-Contracting (Finanzierungs-Contracting) finanziert und baut der Contractor die Energieerzeugungsanlage. Im Gegensatz zum Einspar-Contracting ist beim Anlagen-Contracting z. B. nicht das das warme Gebäude Vertragsbestandteil sondern hier muss der Contracting-Nehmer die bereitzustellende Wärmeleistung beauftragen. Es handelt sich um eine reine Energielieferdienstleistung, die sich auf die Bereiche der Energiebereitstellung und -verteilung konzentriert. Die  Energienutzung beim Endverbraucher ist nicht Vertragsbestandteil. Der Betrieb, Energiemanagement und Brennstoffbeschaffung bleiben in der Hand des Contracting-Nehmers. Dabei trägt er das technische und wirtschaftliche Risiko, das er aber über Instandhaltungsverträge und Versicherungen an Dritte auslagern kann. Der Contractor refinanziert sich aus einem Contracting-Entgelt für Anlagenbau und Finanzierung.
Die Energieliefergrenzen müssen klar definiert werden, da die Mengenmessung die Vertragsgrundlage bildet. (Wärmelieferung ab Verteiler im Technikraum oder ab Heizkörper in der Wohnung).  Die Vertragslaufzeit ist letztendlich von dem Abschreibungszeitraum der neu zu installierenden Anlagenkomponenten abhängig. Diese kann je nach der Anlagentechnologie und Betrachtungsweise 10 bis 20 Jahre betragen.


· Bei dem Betriebsführungs-Contracting (technisches Anlagenmanagement) übernimmt der Contractor die technischen und kaufmännischen Aufgaben des Contracting-Nehmers (Betrieb, Überwachung, Instandhaltung und -setzung von bestehenden Energieerzeugungsanlagen). Dies Contractingform wird meistens gewählt, wenn der Contracting-Nehmer nicht die geeigneten Fachleute für die technischen Betriebsführung findet. Er trägt aber keine Verantwortung für die Nutzenergielieferung. Der Contractor berechnet eine Betreiberpauschale über die Vertragslaufzeit (in der Regel 1 bis 5 Jahre).


· Bei einem Voll-Contracting übernimmt der Contractor die Planung, Finanzierung, den Bau und Betrieb inkl. Energie der Energieanlage. Der Contracting-Nehmer kauft Wärme und/oder Strom zu einem fixen Grundpreis und einem variablen Arbeitspreis, der die Kosten der effektiv verbrauchten Energiemenge deckt. Der Grundpreis deckt die Kapitalkosten inkl. Amortisation und die Kosten für Service, Unterhalt und die Garantieleistung der Anlage.
Die Anlage ist im Besitz des Contractors. Diese Contractingform beinhaltet letztendlich alle vorhanden Contractingformen (Energieliefer-, Einspar-, Anlagen- und Betriebsführungs-Contracting). Die Bedingungen für die Energielieferung werden in einem Vertrag mit einer langen Laufzeit (in der Regel 15 und 30 Jahren) festgelegt. Aufgrund der immer umfangreicheren Technik und Möglichkeiten kann diese Contractingform in der Zukunft zunehmen.


· Bei dem Mini-Contracting handelt es sich fast immer um Energieliefer- oder Anlagen-Contracting, bei dem keine Garantie für eine bestimmte Einsparung gegeben wird. Es geht hier vor allem um die Modernisierung von Heizungsanlagen für Ein- und Zweifamilienhäuser. Der Vorteil ist, dass es bei selbstgenutzten Einfamilienhäusern kein Problem bezüglich der Kostenumlage auf die einzelnen Mieter gibt. Die Contractoren sind in den meisten Fällen Energieversorgungsunternehmen (Stadtwerke), die diese Dienstleistungen auf lokalen Märkten anbieten.
Die Grundlagen sind

- eine Zusammenarbeit mit dem Heizungshandwerk.
- die Modernisierung von Heizkesseln und Nebenanlagen in Bestandsgebäuden.
- der Energieträger Erdgas oder Nahwärme.

- auch die Kombinationen von Gas mit Solarthermie und andere regenerative Energien (Holzschnitzel, Biogas).
- eine langfristige Kundenbindung durch das Energieversorgungsunternehmen (EVU).
- die Abrechnung der erzeugten Wärme (Messpunkt Wärmemengenzähler) oder über den Gasverbrauch (Gaszähler). Die Abgas-, Betriebsbereitschafts- und Abstrahlverluste des Heizkessels liegen im Risikobereich des Contractors und die übrigen Energieverluste (Transmissions- und Lüftungswärmeverlust, Warmwasserbereitung; Verteilungs- und Übergabeverluste) sowie die Gewinne aus Einstrahlung und internen Quellen gehen in beide Abrechnungsformen ein.

- eine Übernahme der Anfangsinvestition (Gebrauchsüberlassung der neuen Anlage gegen Entgelt), wobei die Wartung fast immer, Reparaturen dagegen nicht immer dabei sind.
- Vertragslaufzeiten von 10 Jahren.

Damit die Akzeptanz des Mini-Contractings verbessert wird. sollten die regenerative Energien (Bioenergie, Erdwärme, Wasserkraft, Sonnenenergie, Windenergie) eingebunden werden. Die Einspareffekte werden durch das Vorziehen einer Modernisierung, effizientere Technik, hochwertige Bauausführung, individuelle Einstellung und regelmäßige Wartung erreicht.
Hier sollten folgenden Möglichkeiten genutzt werden:

· Verwendung hocheffizienter Markengeräte (Abweichung nur auf Kundenverlangen)
· Verwendung besonders energieeffizienter Komponenten wie Speicher und Umwälzpumpen
· hydraulischer Abgleich der Anlage
· Einsatz ausschließlich von Brennwertgeräten

· regelmäßige, umfassende Inspektion und Wartung
· Überprüfung der Brennwertnutzung im praktischen Betrieb
· Garantie einer quantifizierten Energieeinsparung
· Abrechnung der Energie am Ausgang des Heizsystems
· Schulung und Zertifizierung der beteiligten SHK-Fachbetriebe

Contracting mit Biomasse und Solar
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Rohre für Nah- und Fernwärme
Einsatz von Kunststoff-Verbundrohren in der Nahwärmeversorgung
Vorgedämmte Rohrleitungen + Leitungen für Heizung, Sanitär- und Thermalleitungen Thermaflex GmbH
Flexible Rohre für jede Anwendung in der Haustechnik - KVG Kunststoffvertriebs GmbH
Flexible und starre wärmegedämmte Rohrsysteme - BRUGG Rohrsysteme GmbH
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