Brennwerttechnik

Geschichte der Sanitär-, Heizungs-, Klima- und Solartechnik
Abkürzungen im SHK-Handwerk
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In den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden die ersten Brennwertkessel eingesetzt. Der Erfinder der Brennwertkessel war Richard Vetter, der 1982 einen Gaskessel und 1984 einen Ölkessel serienreif auf den Markt brachte. Seit Beginn der 90er Jahre galt die Gas-Vollbrennwertkesseltechnik als Stand der Technik und die Öl-Brennwerttechnik hat sich erst Mitte der 90er Jahre durchgesetzt.
Im Gegesatz zu den Konstant- und Niedertemperaturkesseln (NT-Kessel), die nur den Heizwert des Brennstoffes nutzen können, wird bei den Brennwertkesseln der Energieinhalt (Brennwert) des eingesetzten Brennstoffes durch die Abkühlung der Abgase (ohne Ruß und Flüssigkeitströpfchen) bzw. Rauchgase (mit Ruß, Säuredämpfe, Staub, Asche) fast vollständig genutzt. Es wird also auch die Kondensationswärme (latente Wärme) des im Abgas bzw. Rauchgas enthaltenen Wasserdampfes genutzt. Dadurch kann (sollte) der feuerungstechnische Wirkungsgrad bei dieser Technik über 100 % liegen, weil sich dieser Wirkungsgrad auf den Heizwert bezieht.

Quelle: Institut für Wärme und Oeltechnik e. V. (IWO)

VERITHERM
Voll-Brennwertkessel Typ 25

Quelle: VERITHERM Heizungstechnik GmbH

Brennwertkessel

Quelle: VERITHERM Heizungstechnik GmbH
Abgastaupunt in Abhängigkeit vom CO2-Gehalt (Gas ca. 56 °C, Öl ca. 47 °C)

Quelle: ConSoft GmbH

Kondensat-pH-Werte - Erdgas 3,5 - 5,5 - Heizöl EL 1,8 - 3,7 - Heizöl schwefelarm 2,3 - 4,5

Kondensatmenge messen mit BrennCon (Animation)
Quelle: ConSoft GmbH
 

Damit die latente Wärme aus den Ab- bzw. Rauchgasen genutzt werden kann, müssen diese unter den Taupunkt des jeweiligen Brennstoffes abgekühlt werden. Der Wasserdampf (chemisch gebundenen Wasserstoffatome) und andere kondensierbare Stoffe (VOC "volatile organic compound" - kohlenstoffhaltige Stoffe), die sich bei der Verbrennung im Ab- bzw. Rauchgas bilden, sind von der Brennstoffart, Verbrennungsluft und der relativen Luftfeuchte abhängig.
Aus den Kondensatmengen, die bei der Verbrennung von Erdgas (max. 1,4 kg/m3), Heizöl EL (max. 0,8 kg/Liter) und Holz-Pellets (ca. 0,5 l/kg) theoretisch entstehen können, werden in der Praxis ca. 40 - 60 % genutzt.
Durch die Inhaltsstoff (Kohlendioxid, Stickstoffoxide, Schwefeloxide), die sich bei der Verbrennung in den Abgasen bilden, entstehen durch eine Verbindung mit dem kondensierenden Wasserdampf Säuren (salpetrige Säure, Salpetersäure, Kohlensäure, schwefelige Säure bzw. Schwefelsäure). Die schwefelige Säure und Schwefelsäure entstehen nur beider Verbrennung von schwefelhaltigem Brennstoff (Standard-Heizöl EL). Die säurehaltigen Kondensate werden vor der Einleitung in das Abwassersystem durch Neutralisationseinrichtungen geführt.
Die Verluste der latenten Wärme in Konstant- und NT-Heizkesseln betragen bei der Verbrennung von Brenngasen (Erdgas, Propan, Butan) bis ca. 11 % und bei Heizöl EL bis ca. 6 %.

Wasserdampftaupunkte
- Erdgas (höherer Wasserstoffgehalts) bei ca. 56°C
- Heizöl bei ca. 47°C
- Holzverbrennung je nach Feuchtegehalt ca. 20 - 60 °C
Wenn der Ab- bzw. Rauchgastaupunkt im Kessel, Abgas- bzw. Rauchrohr und Schornstein unterschritten wird oder werden kann, dann müssen die Bauteile flüssigkeitsdicht und korrosionsbeständig sein. Dies gilt besonders bei schwefelhaltigen Brennstoffen.

 


Quelle: Institut für Wärme und Oeltechnik e. V. (IWO)
Voll-Brennwertkessel
Quelle: VERITHERM Heizungstechnik GmbH

In einem Voll-Brennwertkessel wird die Kondensationswärme des Wasserdampfs im Abgas fast vollstängig genutzt.
Da das entstehende Kondensat sauer (je nach Brennstoff zwischen pH-Werte 1,8 bis 5,5) ist, müssen die vom Kondensat berührten Teile des Wärmeerzeugers, Abgas- bzw. Rauchgassystems und der Kondensatableitung korrosionsbeständig sein.
Der Wärmetauscher im Wärmeerzeuger und das Abgassystem bestehen aus säurebeständigen Rohren bzw. Flächen mit glatten Oberflächen (z. B. druckdichtes Edelstahlrohr, Polypropylen-S bis 120 °C, PTFE bis 160 °C). Hier läuft das Kondensat des Abgases nach unten und wird in einer Kondensatwanne bzw. -behälter aufgefangen. Nach gesetzlichen Vorschriften darf die Säure nicht direkt in die Kanalisation abgegeleitet werden. Es muss durch eine Neutralisationseinrichtung (Auffangwanne mit alkalischem Granulat, z. B. Kalkstein, Marmorsplitt, Magnesium(hydr)oxid) neutralisiert werden, bevor es über einen Syphon in das Abwassersystem abgeleitet wird.
Anlagen, die mit schwefelarmen Heizöl oder Bioheizöl (DIN SPEC 51603-6) in Ein- und Zweifamilienhäusern betrieben werden, sind von der Neutralisierungspflicht befreit.

Die Grundlage für eine optimale Brennwertnutzung ist eine möglichst niedrige Systemtemperatur bzw. eine niedrige Rücklauftemperatur des Heizsystems.
Kontraproduktiv sind hohe Rücklauftemperaturen, die besonders bei Heizsystemen mit Heizkörpern auftreten. Diese werden immer noch mit Systemtemperaturen von 70/60, 70/55 oder 60/50 betrieben. Dabei ist nur bei höheren Außentemperaturen, also bei niedrigeren Wassertemperaturen ein Brennwerteffekt möglich. Aber auch überhöhte Heizkurven in Wohngebäuden, die eingestellt werden, um ein schnelles Aufheizen der Wohnräume nach einer Abschaltung über die Einzelraumregelung zu erreichen, führen zu einer schlechten Brennwertnutzung.
Aber auch falsch oder nicht abgeglichene Anlagen und zu häufiges Nachheizen eines abgekühlten Puffer- oder Trinkwasserspeichers, besonders bei geringer Temperaturspreizung, kann zu einer erhöhten Rücklauftemperatur führen.
Heizungsanlagen mit einer Niedertemperatur-Heizung (Fußbodenheizung, Wandheizung, Bauteilaktivierung) haben eine niedrige Systemtemperatur (35/28, 32/28), also immer Rücklauftemperaturen, die unterhalb der möglichen Taupunkte der jeweiligen Brennstoffe liegen.
Innerhalb der Sommermonate ist die Brennwertnutzung bei der Trinkwassererwärmung möglich, da die Temperatur des zulaufenden kalten Trinkwassers in den Trinkwasserspeichers eine niedrige Rücklauftemperatur ermöglichen.


Pellet - Brennwert

Die Brennwerttechnik wird zunehmend auch bei Pelletverbrennung eingesetzt. Der Wasserdamptaupunkt liegt nur leicht unter dem des Erdgases.
Die Pellets-Brennwertkessel können nicht an herkömmliche Schornsteine angeschlossen werden. Die Abgassysteme (LAS-Systeme) müssen über einen Brauchbarkeitsnachweis (CE-Zeichen) verfügen und korrosionsbeständig, feuchteunempfindlich und im Überdruckbetrieb überdruckdicht sein.
Die Brennwertkessel haben eine neuartige Konstruktion von Brennkammer und Wärmetauscher aus hochwertigem Edelstahl sowie eine speziell entwickelte Wärmetauscher-Geometrie. Diese Pellet-Brennwertgeräte verfügen über eine Verbrennungsregelung bestehend aus Multisegment-Brennteller, Flammraumfühler und einer Überwachung des Unterdrucks. Außerdem ist eine Software-Version lieferbar, welche die Regelung eines Heizkreises und der Trinkwassererwärmung ohne Heizkreisregler ermöglicht.


Prinzip - Brennwert- Pelletskessel

Pellematic CondensPellematic Plus
Quelle: ÖkoFEN
Forschungs- und Entwicklungs Ges.m.b.H.

Die Einbindung in Radiatorenheizsysteme mit hohen Rücklauftemperaturen ist für die Pellematic Condens dadurch kein Problem. Eine niedrige Rücklauftemperatur, wie es bei der Brennwerttechnik bisher erforderlich war, angewiesen.
Grundsätzlich gilt aber
> Je niedriger die Rücklauftemperatur desto höher der Wirkungsgrad <.

Deshalb ist der Einsatz einer Fußbodenheizung oder Wandheizung, die mit Rücklauftemperatur von 25 - 35 °C betrieben werden, sinnvoll. Aber auch ab ca. 40°C ist eine teilweise Kondensation des Rauchgases feststellbar.
Die Kessel können gleitend mit niedrigen Kesseltemperaturen bis 28 °C betrieben werden. Ein Pufferspeicher ist nicht zwingend erforderlich.
Die Condens-Brennwerttechnik nutzt den Vorteil der Brennwerttechnologie aus. Dadurch ist der Wirkungsgrad um 10 % höher als bei herkömmlichen Heizwertgeräten. Die Pellematic Condens hat bei der Typenprüfung den bisher einzigartigen Wirkungsgrad von 107,3 %* erreicht und ist damit zur Zeit die effizienteste Pelletheizung weltweit.
* Vergleich aller zum 01.11.2013 veröffentlichter Prüfberichte nach der Norm 303-5, bezogen auf den Kesselwirkungsgrad, mit der Pellematic Condens.

Ab Juni 2015 wird die neue Pelletkessel-Generation von ÖkoFEN in den modulierenden Leistungsgrößen 3 - 10 kW, 4 - 12 kW, 4 - 14 kW, 5 - 16 kW und 6 - 18 kW am Markt eingeführt.


Quelle: ÖkoFEN Forschungs- und Entwicklungs Ges.m.b.H.

Der Rauchgaswärmetauscher wird durch einen physikalischen Wäscher gereinigt, der in bestimmten Abständen die Ruß-, Teer- und andere Substanzen (z. B. Feinstaub) in die Kanalisation spült.

Dadurch werden die der Staubemissionen um 40 bis 50 % (5 mg/MJ [18 mg/kWh] gegenüber 8 mg [29 mg/kWh]) reduziert.

 


Neutralisationseinrichtung

Das Kondensat, das bei der Verbrennung in Gas- und Ölbrennwertgeräten und im Abgassystem entsteht, darf nach bestehenden Vorschriften (ATV-DVWK Arbeitsblatt A 251 "Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft" - DWA-A 251) bzw. den  Satzungen zuständiger kommunaler Abwasserverbände nicht direkt in die Kanalisation abgeleitet werden. Es muss durch eine Neutralisationseinrichtung (z. B. Auffangwanne, Neutralisationsbox (Austauscherharze) oder Neutralisationsanlage mit alkalischem Granulat, z. B. Kalkstein, Marmorsplitt, Magnesium(hydr)oxid und teilweise mit Aktivkohle) neutralisiert werden, bevor es über einen Syphon in das Abwassersystem abgeleitet wird.
Die Neutralisierungspflicht ist im ATV-DVWK Arbeitsblatt A 251-Tabelle 2 festgelegt. Anlagen, die mit schwefelarmen Heizöl oder Bioheizöl (DIN SPEC 51603-6) in Ein- und Zweifamilienhäusern betrieben werden, sind von der Neutralisierungspflicht befreit. Aber auch hier ist bei dem zuständigen kommunalen Abwasserverband nachzufragen.


Kondensatfiltersystem
Quelle: VERITHERM Heizungstechnik GmbH


Neutralsisierungsbox
Quelle: Bosch Thermotechnik GmbH - Buderus


Neutralisationsanlage GENO®-Neutra FNH-420-R
Quelle: Grünbeck Wasseraufbereitung GmbH

Die Neutralisationseinrichtung muss in der Lage sein, das gesamte anfallende Kondensatvolumen, das von der Nennwärmeleistung und den Vollnutzungsstunden des Brennwertgerätes abhängig ist, zu neutralisieren. Danach wird die Art und Größe der Neutralisationseinrichtung ausgewählt.
               
In einem Aktivkohlefilter werden als erstes die festen Partikel (z. B. Russ, Halogenverbindungen, Schwefelbestandteile [bei Ölkessel], Korrosionsrückstande, Zunder) im Kondensat zurückgehalten. Danach wird das saure Kondensat durch ein Neutralisationsmittel geleitet und gelangt dann, mit einem pH-Wert von 6,5, in die häusliche Kanalisation. Als Neutralisationsmittel werden alkalische Granulate (z. B. Kalkstein, Marmorsplitt, Magnesium(hydr)oxid
) verwendet, weil sie einfach zu erneuern sind. Die Säuren aus den Kondensaten bilden mit den Bestandteilen der Granulate volllösliche Salze die ungefährlich sind und über den Hausmüll entsorgt werden können. Das Kondensat ist nun "neutral" (pH-Wert 6,5 - 7) und kann ebenfalls ohne Probleme abgeführt werden.
Einige Hersteller setzen auch Austauscherharze ein, in dem ein Ionenaustausch mit dem Kondensat stattfindet. Hier ist aber bei nachlassender Neutralisationswirkung ein kompletter Austausch der Box bzw. der Füllung erforderlich. Der Vorteil dieser Neutralisationsmethode ist, dass auch Schwermetalle herausgefiltert werden können.
Die Neutralisationseinrichtung muss für den eingesetzten Brennstoff und teilweise auch für die Materialien der Feuerungsanlage geeignet sein. So gibt es z. B. Neutralisationseinrichtungen, die ausschließlich für gasbetriebene Feuerungsanlagen geeignet sind oder die nur bei Kunststoffabgassystemen eingesetzt werden dürfen.
Das Granulat der Neutralisationseinrichtungen muss spätestens dann erneuert oder aufgefüllt werden, wenn der pH-Wert nicht mehr auf 6,5 angehoben werden kann. Um das sicherzustellen haben einige Hersteller eine permanente pH-Wert-Überwachung, die durch eine farbliche Veränderung auf die Notwendigkeit der Erneuerung des Granulats hinweist. Andere Hersteller legen ihren Produkten Teststreifen bei, mit denen der pH-Wert regelmäßig geprüft werden kann.

ich arbeite dran


versotteter Schornstein
Schornsteinbrand
Quelle: BSM Gerhard Oltersdorf
versotteter Schornstein

Wenn der Schornstein aus Mauerwerk nicht flüssigkeitsdicht ist, dann führt die Nässe zur Versottung des Schornsteins und zur Zerstörung des Mauerwerks. Abhilfe schafft ein in den Schornsteinschacht eingezogenes Abgas- bzw. Rauchrohr aus Aluminium, Edelstahl oder Kunststoffen (Polypropylen, PTFE, PVDF) oder die Schornsteinzüge müssen aus versinterter oder glasierter Keramik hergestellt werden, die mit einer Hinterdämmung versehen werden.

Da biogene Brennstoffe (Scheitholz, Pellets, Hackschnitzel) und Kohle oftmals unvollständig verbrennen, scheiden sich bei Abkühlung des Rauchgases in Verbindung mit der Feuchtigkeit Glanzruß, Holzteer, Teer, Flugasche und Flugstaub ab und führen zu Verstopfungen und sogar zu einem Schornstein- oder Rauchrohrbrand. Deswegen müssen die Rauchgastemperaturen >120 °C und die Kesselwassertemperaturen >60 °C (Rücklaufanhebung) betragen. Diese Anlagen können nicht mit der Brennwerttechnik betrieben werden und haben dadurch einen schlechteren feuerungstechnischen Wirkungsgrad.

 

 


Abgaswärmetauscher
In sehr vielen Bestandsanlagen sind noch viele Öl- und Gaskessel in Betrieb, die den Brennwert des Brennstoffes nicht nutzen. Besonders die älteren Ölkessel werden noch mit hohen Kessel- und somit auch mit hohen Rauchgastemperaturen betrieben. Aber auch die "moderen" Niedertemperatur-Ölkessel haben noch relativ hohe Rauchgastemperaturen. Außerdem sind viele Ölkessel nach einer Sanierung der Gebäudehülle noch überdimmensioniert, weil die Leistungsuntergrenze technikbedingt bei ca. 14 kW liegt.
Wenn kein Kesseltausch gewünscht wird, dann bieten sich verschiedene Abgas- bzw. Rauchgaswärmetauscher an. Diese Bauteile machen aus einer Heizwert- eine Brennwertanlage, die den Brennstoff je nach der vorhandenen Anlagenart ca. 10 bis 12 % (bis 16% bei Gas),besser ausnützt. In den meisten Fällen muss mit dem Schornsteinfeger (Kaminkehrer) darüber gesprochen werden, ob der Schornstein für die Umstellung geeignet ist.
Der Markt bietet verschiedene Wärmetauscher an. Hier sind die Herstellerhinweise zu beachten, da meistens Öl-Blaubrenner und schwefelarmes Heizöl vorgegeben wird. Aber auch für Biomasseverbrennung (Holz- oder halmgutartigen Brennstoffe) gibt es einen Rauchgaswärmetauscher.
eMax-Abgaswärmetauscher
Quelle: eMAX Energiesysteme GmbH
Bei dem eMAX Wärmetauscher handelt es sich um einen bis 28 KW zugelassenen Nachrüst-Wärmetauscher mit integriertem Unterdruckgebläse. Der aktive Wärmetauscher ist für den Einbau in vorhandene Kesselanlagen mit Gebläsebrennern vorgesehen. Durch den Wärmetauscher wird das Abgas je nach Rücklauftemperatur des Heizungssystems bis auf Temperaturen unterhalb des Taupunktes (ca. 50 °C) heruntergekühlt. Die dadurch gewonnene Energie wird in den Rücklauf des Heizkessels eingespeist.
eMax-Prinzip
Quelle: eMAX Energiesysteme GmbH
Ecodens
Quelle: Intercal Wärmetechnik GmbH
Der ECODENS ist einfach in den Abgas- bzw. Rauchgasweg und den Rücklauf der Heizungsanlage einzubinden. Durch die niedrige Abgas- bzw. Rauchgas-Temperatur kann das Abgas- bzw. Rauchgassystem aus speziellem Kunststoff erstellt werden, das in den vorhandenen Kaminzug eingebaut werden kann. Der Wärmetauscher muss in überdruckdichte Kessel in Verbindung mit Öl-Blaubrenner (schwefelarmes Heizöl wird empfohlen) oder Gas-Gebläsebrenner eingebaut werden.

Heizwert oder Brennwert?

Immer wieder kommt es zu Streitigkeiten über das Ergebnis der Abgasmessungen. Warum wird bei der Aussage über die Abgasverluste oder dem feuerungstechnischen Wirkungsgrad nicht der Brennwert (alt. oberer Heizwert Ho) zur Grundlage genommen? Dann würde es keine Prozentwerte über 100 mehr geben. Auch wäre die Vergleichbarkeit der verschiedenen Brennstoffe realer.

Heizwert (Hi) (H inferior)
ist die Energie, die bei einer vollständigen Verbrennung frei wird, wenn der Wasserdampf in den Rauch- oder Abgasen nicht kondensiert. Der aus der Verbrennung entstandene Wasserdampf bleibt gasförmig. Alte Bezeichnung "unterer Heizwert Hu"
Der Heizwert eines Brennstoffes war in früheren Zeiten deshalb wichtig, da es zwingend notwendig war, den Wasserdampf im Abgas durch hohe Abgastemperaturen gasförmig zu belassen, um eine mögliche Korrosion des Heizkessels oder ein Versotten des Schornsteines zu verhindern.

Brennwert (Hs) (H superior)
ist die Energie, die bei einer vollständigen Verbrennung frei wird. Der Brennwert beinhaltet zusätzlich zum Heizwert die durch Kondensation des entstandenen Wasserdampfes freiwerdende Energie, die Kondensationswärme. Alte Bezeichnung "oberer Heizwert Ho"

Bezogen auf den (alten) Heizwert ergeben sich für die Brennwertnutzung bei Heizöl EL und Erdgas folgende maximalen Wirkungsgrade. Das ist physikalisch durch den unterschiedlichen Wasserstoffgehalt von Heizöl EL und Erdgas bedingt.
Wirkungsgrad-Verhältnisse umrechnen Heizöl EL Erdgas Flüssiggas
Brennwert 10,57
kWh/l
9,77-11,48
kWh/m³
13,98
kWh/kg
Η bez. auf Heizwert (Hi)(alt) 105% 110% 109%
Wirkungsgrad-Multiplikator Heizwert - auf Brennwert-Bezug 0,953 0,9 0,917
Η bez. auf Brennwert (Hs)(real) 100% 100% 100%


Quelle: Institut für Wärme und Oeltechnik e. V. (IWO)

Bezugsgröße Heizwert Hi
Der linke Teil des Bildes mit der Bezugsgröße Heizwert kommt nur für den Niedertemperaturkessel bei beiden Energieträgern zu identischen Wirkungsgradangaben: Bei einem Niedertemperaturkessel ergibt sich der Gesamtverlust durch den Abgasverlust von 7 % und den entgangenen Brenn-wertnutzen von 6% bei Heizöl EL zu 13 %. Analog setzt er sich beim Erdgas aus 7 % und 11 % zu 18 % Gesamtverlust zusammen.

Hier zeigt sich, daß der Energieverlust für einen mit Erdgas befeuerten Niedertemperaturkessel deutlich höher ist als bei Heizöl EL. Hier werden also 18 % der (Gas-) Brennstoffkosten nicht genutzt, im herkömmlichen Sinne wird aber der Abgas- bzw. Energieverlust nur mit 7 % angegeben.
 

Bezugsgröße Brennwert Hs
Der rechte Teil des Bildes nutzt die Bezugsgröße Brennwertmax = 100 %). Logischerweise ergeben sich nun für beide Kessel gleiche Wirkungsgrade unabhängig vom Brennstoff.

Die Verluste reduzieren sich auf den nicht nutzbaren Anteil des Brennwerteffektes und machen die Energieeffizienz des Kessels anschaulich. Bei den Wirkungsgradangaben für den Niedertemperaturkessel werden die tatsächlichen Energieverluste aufgezeigt, die durch den Einsatz eines Niedertemperaturkessels hingenommen werden müssen.

Brennstoff

Feuchtigkeit
[%]

Brennwert
 [GJ / t]

Brennwert
[kWh / kg]

Dichte     
[ kg / m³]

Stroh:

 

 

 

 

Stroh, gelb

15

14,4

4,00

80-125

Stroh, grau

15

15,0

4,17

100-135

Stroh mit Getreide

15

15,0

4,17

200-230

Rapsstroh

15

15,0

4,17

100-130

Elefantengrass

10

15,9

4,40

130-150

Strohpellets

  8

16,0

4,44

600

Getreide

15

15,0

4,17

670-750

Rapskörner

  9

24,6

6,83

700

Holz:

Feuchtigkeit
[%]

Brennwert
 [GJ/t]

Brennwert
[kWh/kg]

Dichte     
[kg/m³]

Waldhackschnitzel, alt

40

10,4

2,89

235

Waldhackschnitzel, frisch

55

7,2

2,00

310

Sägespäne, feucht

40

4,5

2,92

240

Sägespäne, getrocknet

20

15,2

4,22

175

Weidenschnitzel, frisch

50

8,0

2,21

280

Weidenschnitzel, alt

30

12,2

3,38

200

Tannenrinde

50

7,7

2,14

280

Sägemehl

20

15,2

4,2

160-175

Scheitholz, Buche

20

14,7

4,08

400-450

Scheitholz, Buche

45

9,4

2,61

650

Holzpellets

  6

17,5

4,90

660

Andere:

Feuchtigkeit
[%]

Brennwert
 [GJ/t]

Brennwert
[kWh/kg]

Dichte     
[kg/m³]

Haushaltsmüll

30-40

9,0

2,50

 

Heizöl, schwer

 

42,7

11,86

840

Schweröl

 

40,4

11,22

980

Gebrauchtöl

 

42,0

11,67

900

Kohle

10

25,0-28,0

6,9-7,0

 

Erdgas

 

39,0

10,83

 

Braunkohle

 

18-20

5,1-5,5

 

"grüne Kohle"
.
20
.
.

Heizöl EL

 

34,2

10,57 kWh/Liter

 

Umrechnung: 1 kcal = 4,1868 kJ / 1 kJ = 0,2388 kcal / 1 kcal = 1,163 Wh

1 Gigajoule = 109 J = 1.000 Megajoule
1 Megajoule = 106 J = 1.000 Kilojoule
1 Joule ist definitionsgemäß 1 Nm (Newtonmeter), 1 kJ demnach 1000 Nm.
Ein kg Masse erfährt in unseren Breiten die Erdanziehung von 9,81 (ca. 10) Newton.
Um ein kg Masse anzuheben sind also etwa 10 Newton an Kraft nötig. Um 1 kJ an Energie aufzubringen muss demnach z. B. eine Masse von 100 kg einen Meter hoch gehoben werden oder auch die Masse von 1 kg um 100 m gehoben werden.


Brennwert messen
BrennCon Typ A
BrennCon Typ B

Kondensatmenge messen mit BrennCon (Animation)
ConSoft GmbH

Zwischen den theoretischen Herstellerangaben und der Praxis der konkreten Anlage können deutliche Unterschiede auftreten. Dabei kann es so einfach sein, den Brennwert-Effekt praxisnah zu messen. Dazu benötigt man im ersten Schritt zwei Werte:
  • die Menge des angefallenen Kondensats
  • die Menge des im gleichen Zeitraum verbrauchten Brennstoffes
Kein Problem beim Brennstoff: sehr präzise zeigt der Gaszähler den Verbrauch an, bei ölbetriebenen Brennwertgeräten gibt es entweder einen Ölverbrauchszähler oder der jeweilige Tankinhalt wird über die Füllhöhe des Tanks ermittelt.
Ab sofort kein Problem beim Messen der Kondensatmenge mit BrennCon - einer neuen Erfindung.
Bislang war es schwierig. Da das Kondensat üblicherweise nur tröpfend anfällt und alle normalen Wasserzähler mit so kleinen Mengen "unterfordert" sind, wurden aufwendige und teure Spezialmessgeräte benutzt. Diese Lücke schließt jetzt das BrennCon-Gerät. Mit einem zum Patent angemeldeten pfiffigen Mechanismus wird sehr genau die Kondensatmenge gemessen.

Es gibt zwei Gerätevarianten, die erste bis zu einer Menge von 5 Litern pro Stunde (entspricht ungefähr 50 kW), eine zweite für eine Menge bis 60 Litern pro Stunde. Diese wird erforderlich, wenn eine Kondensathebepumpe vor dem Messgerät installiert werden mußte, da dann die Pumpenfördermenge entscheidend wird.

 


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