Rohrgewindeverbindung

Geschichte der Sanitär-, Heizungs-, Klima- und Solartechnik
Abkürzungen im SHK-Handwerk
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Eine fachgerechte Gewindeverbindung wird durch Gewinde nach EN 10226-1:2004-10 mit der Paarung R/Rp erreicht, wobei mit R das konische Außengewinde (Kegel 1:16) und mit Rp das parallele Innengewinde bezeichnet werden. Dieses Gewinde ist auch in ISO 7/1 genormt.
Die Dichtwirkung wird theoretisch dadurch erzielt, dass sich die Gewindeflanken des konischen Außen- und des parallelen Innengewindes in einem durch die Fertigungstoleranzen bestimmten Bereich berühren und somit eine metallische Dichtung stattfindet. Zum Ausgleich von Oberflächenrauigkeiten sowie zum Ausgleich von Fertigungstoleranzen (Flankenwinkel, Steigung) wird ein zusätzliches Dichtmittel verwendet. Dies ist in der klassischen Form Hanf als Dichtmittelträger, der mit einem für die Trinkwasser- und Gasinstallation zugelassenen Dichtmittel (wie z. B. neo-fermit) eingestrichen und geschmeidig gemacht wird. Das Dichtmittel verhindert auch das "Austrocknen" der Hohlräume und somit das Eindringen von Wasser oder Feuchtigkeit. Dadurch können die Teile nicht zusammenrosten (Spaltkorrosion).
In Anlagen (Heißwasser-, Hochdruckdampf- und Solaranlagen) bis 160 °C und 16 bar wird z. B. Hochdruck-Fermit eingesetzt.
Ein neuer patentierter Fermit-Gewindedichtfaden aus 100 % Polytetrafluoroethelyne (P.T.F.E.) zur Abdichtung von Metall- und Kunststoffgewinden ist chemisch Resistenz gegen die aggressivsten Chemikalien, Lösungsmittel und Säuren und bei Temperaturen von -200 °C bis +240 °C einsetzbar.
Ein Außengewinde darf nur auf nahtloses und geschweißtes mittelschweres und schweres Gewinderohre (DIN EN 10255 alt: DIN 2440 / 2441) geschnitten werden. Hier sind die Wanddicken ausreichend.

Quelle: SANHA Kaimer GmbH & Co. KG

Herstellen einer Rohrgewindeverbindung
Wird zum Schneiden des Rohrgewindes eine verstellbare Schneidkluppe benutzt, so ist die Gewindegröße auf Sollmaß einzustellen. Danach ist das Rohrgewinde einzuhanfen. Hierbei ist der Hanf so sparsam aufzutragen, dass die Gewindespitzen noch sichtbar sind. Anschließend ist ein Dichtmittel auf den Hanf aufzutragen, wodurch der Hanf geschmeidig wird und kein Wasser aufsaugt. Dann ist der Fitting von Hand so weit wie möglich (ca. 2/3 der Gesamtgewindelänge) auf das Rohrende aufzuschrauben. Hierbei sollen sich die Gewindeflanken von Außen- und Innengewinde berühren. Anschließend ist der Fitting mit einem geeigneten Werkzeug bis zum Anschlag auf das Rohrgewinde zu schrauben. Am Ende sind immer noch 2 Gewindegänge sichtbar.
Ein Gewaltbruch des Fittings, verursacht durch unsachgemäße Montage – also zu tiefes Einschrauben des konischen Außengewindes – ist als ein Montagefehler anzusehen und fällt somit nicht in den Bereich der Gewährleistung.

Dichtungshanf, auch Werg genannt, ist auch heutzuutage immer noch "das" Abdichtungsmittel für Rohrgewinde bei der Wasser- und Gasinstallation in Verbindung mit einer zur Anlage passender  pastösen Dichtungspaste (z. B. Fermit) eingesetzt.
Der Hanf quillt bei dem Kontakt mit Wasser bzw. Feuchtigkeit auf. Dadurch sind leichte Bewegungen in der Dichtungsfuge möglich und ungenaue Passungen der konischen Fittings und Rohrgewinde aus Stahl werden ausgeglichen. Ein Fitting bzw. eine Verschraubung kann nachkorrigiert (1/4-Umdrehung) werden, ohne dass die Verbindung undicht wird. Hanf kann in Trinkwasser- (bis 16 bar), Heizungs- (bis 7 bar) und Gasanlagen (bis 5 bar) mit einem geeigneten Dichtungsmittel (z. B. Neo Fermit Universal) bis 130 °C und z. B. mit Hochdruck-Fermit auch in Heißwasser-, Hochdruckdampf- und Solaranlagen bis 160 °C und 16 bar eingesetzt werden.

Der Streit, wann das Dichtungsmittel zugeführt werden muss - vor oder nach dem Einhanfen - wir wohl nie beendet.

Herstellen einer Gewindeverbindung mit Tempergussfittings - by GF Piping Systems

Langgewinde
Das zylindrische, lange Gewinde des Langnippels wird nicht eingehanft. Die Muffe wird zur Rohrverbindung auf das normal eingehanfte Rohr geschraubt. Dann wird eine Hanfsträhne zur Schnur gerollt, mit Dichtmittel bestrichen, vor und in die Ausfräsung der Muffe rund um den Rohrnippel gelegt und die Gegenmutter fest angezogen.
Diese Verbindungsart wird wie auch die Doppelnippel nur noch in alten Anlagen eingesetzt.

Auch heutzutage werden immer noch Gewindefittings verwendet. Die Gewinde für Rohre, Armaturen, Fittings und sonstige Rohrleitungsteile sind international und national genormt. Die Größenangaben der Fittings (z. B. R 1/2 alt; 1/2" [Zoll]) verhält sich parallel mit den Nennweitenangaben der Rohre (z. B. DN 15). Im Gegensatz zu den "neumodischen" Fittings in der Kunststoff- und Verbundrohrinstallation haben die Gewindefittings keine Querschnittsverengungen und dadurch geringe Widerstände.
Bei den Gewindearten unterscheidet man zwischen
  •  Anschlussgewinden: Diese Rohrgewinde dichten im Gewinde gemäss ISO 7-1 bzw. prEN 10226-1 (die in der jeweils gültigen nationalen Ausgabe, DIN 2999, BS 21)
  •  Befestigungsgewinde: Diese Gewinde dichten nicht im Gewinde gemäss ISO 228-1
Daraus ergibt sich der Unterschied, dass das Rohrgewinde nach ISO 7-1 im Gewinde gedichtet wird, und zwar überwiegend durch metallische Pressung (kegelig/zylindrisch) der im dichtenden Bereich gänzlich formschlüssigen Gewindeflächen, wobei durch Dichtmittel (Hanf/Fermit, Teflonband) die Dichtwirkung verbessert und die Hohlräume luft- und wasserdicht werden.
Das Rohrgewinde nach DIN ISO 228-1 ist ein rein mechanisches Befestigungsgewinde. Die Abdichtung, der damit zu verbindenden Teile, erfolgt über Weichdichtungen (Flach-, Quetschdichtungen) oder über metallische Passflächen.

Da lösbare Verbindungen (Verschraubungen, Langewinde) durch Verwindungen und thermischen Beanspruchungen undicht werden können, dürfen sie nicht verdeckt bzw. "unter Putz" und nicht für die Erdverlegung verwendet werden, ggf. sind Revisionsöffnungen vorzusehen (nach DIN 18380 [VOB Teil C] müssen alle unter Putz liegenden lösbaren Verbindungen zugänglich bleiben - Neu - "Lösbare Verbindungen, deren Dichtheit nicht dauerhaft sichergestellt ist, müssen zugänglich sein"). Sie müssen mit dem jeweilig notwendigen Werkzeug zugänglich sein. Ob eine Verbindung (z. B. Verschraubung, Steckverbindung) als "unlösbare" Verbindung eingestuft ist, muss aus den jeweiligen Herstellerangaben entnommen werden. Gegebenenfalls ist eine Revisionsöffnung zu setzen, damit man mit dem geeigneten Werkzeug (teilweise Spezialwerkzeuge) arbeiten kann.
Ein wenig Fermit auf die Gewindegänge der Überwurfmutter und auf den Konus führen dazu, dass man diese Verbindung auch Jahre später problemlos wieder lösen kann. Alte Verschraubungen lassen sich durch das Erwärmen mit Heißluft, oder besser mit einer Flamme, auch ohne Gewaltanwendung wieder lösen.


Quelle: SANHA Kaimer GmbH & Co. KG

Die Errichtung einer Trinkwasserinstallation und wesentliche Veränderungen an diesen dürfen nur von Installationsbetrieben durchgeführt werden, die in das Installateurverzeichnis eines WVU eingetragen sind.
Alle Arbeiten an Gasinstallationen dürfen nur von Vertrags-Installationsunternehmen (VIU) gemäß § 13 der NDAV (Verordnung über Allgemeine Bedingungen für den Netzanschluss und dessen Nutzung für die Gasversorgung in Niederdruck) durchgeführt werden.

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