Lüftung von Wohnungen

Dezentrale Wohnungslüftung

Geschichte der Sanitär-, Heizungs-, Klima- und Solartechnik
Abkürzungen im SHK-Handwerk
Bosy-online-ABC
Messgeräte - Lüftungstechnik - Richtig Lüften

Die DIN 1946-6:2019-12 "Raumlufttechnik - Teil 6: Lüftung von Wohnungen - Allgemeine Anforderungen, Anforderungen an die Auslegung, Ausführung, Inbetriebnahme und Übergabe sowie Instandhaltung" wurde im Dezember 2019 überarbeitet und neu veröffentlicht. Dieses Dokument wurde vom Arbeitsausschuss NA 041-02-51 AA "Lüftung von Wohnungen" im DIN-Normenausschuss Heiz- und Raumlufttechnik (NHRS) erarbeitet. Sie ersetzt die Norm aus dem Jahre 2009.
Die Norm gilt für die freie und für die ventilatorgestützte Lüftung von Wohnungen und gleichartig genutzten Nutzungseinheiten. Diese müssen nach ihrer Zweckbestimmung überwiegend dem Wohnen dienen. Dazu gehören auch Wohn-, Alten- und Pflegeheime sowie ähnlichen Einrichtungen. Die Räume müssen in der Heizperiode und in Kellerräumen in Wohngebäuden ganzjährig belüftet werden.
Diese Norm legt die Anforderungen an die Planung, die Ausführung und Inbetriebnahme, den Betrieb und die Instandhaltung der notwendigen Lüftungs-Komponenten und -Geräte für Einrichtungen zur freien Lüftung und für ventilatorgestützte Lüftungssysteme fest. Außerdem muss die nutzerunabhängige Lüftung zum Feuchteschutz, unter Berücksichtigung bauphysikalischer, lüftungstechnischer, hygienischer und energetischer Gesichtspunkte beachtet werden.
Die DIN 1946-6:2009-05 hatte die Lüftungssysteme in freie und ventilatorgestützte Lüftungssysteme unterteilt. Die Kombination untereinander war dort nicht genau beschrieben und auf der Europaebene werden mit der Ecodesign-Richtlinie auch Anforderungen an Geräte zur Wohnungslüftung gestellt. Deshalb war eine Überarbeitung der Norm notwendig. Gleichzeitig wurde die Norm übersichtlicher strukturiert.
Die Abschnitte 4, 5 und 6 gelten für alle Systeme. Abschnitt 7 fasst die Anforderungen an freie Wohnungslüftungssysteme zusammen, der Abschnitt 8 die für ventilatorgestützte Wohnungslüftungssysteme. Zusätzlich wurde ein Abschnitt 9 für die Kombination von freien und ventilatorgestützten Wohnungslüftungssystemen in einer Nutzungseinheit aufgenommen.
Das Lüftungskonzept (Abschnitt 4 bis 5) gilt für neue Gebäude und für Bestandsgebäude mit lüftungstechnisch relevanten Veränderungen. Ist die Lüftung zum Feuchteschutz nicht gegeben, oder sind zusätzliche Anforderungen (z. B. Schallschutz, Hygiene, Luftqualität) zu berücksichtigen, dann werden geeignete lüftungstechnische Maßnahmen nach Abschnitt 7 bis 9 vorgeschlagen.
In den Abschnitten 6 bis 9  sind die Anforderungen an freie Lüftungssysteme (Querlüftung, Schachtlüftung), ventilatorgestützte Lüftungssysteme und kombinierte Lüftungssysteme im Hinblick auf die Einhaltung der notwendigen Innenraumluftqualität jeweils mit Sicherstellung des Feuchteschutzes. Die Infiltrationsberechnung wurde an den Stand der Technik angepasst und in der Darstellung vereinfacht. Die Anforderungen an die hygienische Ausführung von Wohnungslüftungssystemen wurden in Zusammenarbeit mit dem VDI mit der VDI 6022 abgeglichen, sodass nun in beiden Regeln gleichlautende Hygieneanforderungen gestellt werden.
Die Beiblättern 3 und 4 zur DIN 1946-6 regeln den Betrieb von Feuerstätten und Lüftungsanlagen bzw. Lüftungsgeräten. Die entsprechenden Unterabschnitte wurden angepasst. Die Kennzeichnung von Wohnungslüftungssystemen wurde gestrichen.
Nicht Gegenstand dieser Norm ist die Sicherstellung der Lüftung zum Feuchteschutz über manuelles Fensteröffnen. Manuelles Fensteröffnen wird berücksichtigt, um nicht geplante Lüftungsstufen zu ermöglichen. Diese Norm behandelt nicht die Luftbehandlungsarten aktives Kühlen sowie aktives Be- und Entfeuchten.
Die Planungsempfehlungen dieser Norm gelten für schadstoffarme Nutzungseinheiten. Übermäßige Schadstoffbelastungen aus dem Gebäude und aus der Umgebung des Gebäudes erfordern gegebenenfalls darüber hinausgehende Maßnahmen. Für die Lüftung von fensterlosen Räumen gelten darüber hinaus die Bauaufsichtliche Richtlinie über die Lüftung fensterloser Küchen, Bäder und Toilettenräume in Wohnungen und DIN 18017-3 "Lüftung von Bädern und Toilettenräumen ohne Außenfenster - Teil 3: Lüftung mit Ventilatoren".

Gegenüber DIN 1946-6:2009-05 wurden folgende Änderungen vorgenommen:
Inhalt den vorliegenden Europäischen Normen und Verordnungen angepasst;
Strukturierung der Abschnitte in Lüftungskonzept (Abschnitt 4, Abschnitt 5) und Festlegung der Außenluftvolumenströme (Abschnitt 6), freie Lüftung (Abschnitt 7), ventilatorgestützte Lüftung (Abschnitt 8);
Aufnahme eines Abschnittes zu kombinierten Lüftungssystemen (Abschnitt 9);
Berechnung des Außenluftvolumenstromes durch In- und Exfiltration dem Stand der Technik angepasst;
Abgleich der Anforderungen an die Hygiene von Wohnungslüftungssystemen mit VDI 6022;
Unterabschnitt zum Betrieb von Feuerstätten und Lüftungsanlagen bzw. -geräten dem Stand der Technik angepasst;
Streichung der Unterabschnitte zur Kennzeichnung von Wohnungslüftungssystemen;
Aufnahme eines informativen Anhangs zur Kellerlüftung.

.Planung lüftungstechnischer Maßnahmen nach neuer DIN 1946-6:2009-05 - Teil 1 Teil 2
Planung lüftungstechnischer Maßnahmen nach neuer DIN 1946-6:2019-12
Chancen und Grenzen der neuen DIN 1946-6 bei dezentralen Lüftungssystemen - HaustechnikDialog
Lüftungskonzepte für die Lüftungsplanung - inVENTer GmbH
Aufbau einer dezentralen Lüftungsanlage - inVENTer GmbH.

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Auch die DIN 18017-3:2020-05 "Lüftung von Bädern und Toilettenräumen ohne Außenfenster - Teil 3: Lüftung mit Ventilatoren" wurde im Zuge der neuen DIN 1946-6 überarbeitet und veröffentlicht. Im Fokus steht der Abgleich der Infiltration mit der neuen Fassung der DIN 1946-6:2019-12 "Raumlufttechnik - Teil 6: Lüftung von Wohnungen - Allgemeine Anforderungen, Anforderungen an die Auslegung, Ausführung, Inbetriebnahme und Übergabe sowie Instandhaltung" sowie die Reduzierung des maximalen Abluftvolumenstroms von 60 m³/h auf 40 m³/h im fensterlosen Bad bei einer intelligenten Bedarfsführung mittels Raumluftsensor.
Die DIN 18017-3-9-2009 regelt die Entlüftung von Bädern und Toilettenräumen ohne Außenfenster (innenliegende Sanitärräume) durch Ventilatoren. Auch andere Funktionsräume innerhalb von Wohnungen (z. B. Abstellräume oder Küchen mit Fenstern) können nach dieser Norm entlüftet werden.
Der planmäßige Abluftvolumenstrom von 40 m³/h für innenliegende Bäder (für Toilettenräume ist generell eine Halbierung aller auch im Folgenden genannten Werte zulässig) orientiert sich an den in DIN 1946-6 zur Anlagenbemessung genannten Werten. Bei ganztägigem, durchgehendem Betrieb dürfen die genannten Werte in Zeiten geringen Luftbedarfs, jedoch nicht mehr als 12 Stunden pro Tag, um die Hälfte reduziert werden. Mit bedarfsgeführten Abluftanlagen muss ein Abluftvolumenstrom von 60 m³/h realisierbar sein. Dieser darf allerdings in Zeiten geringen Luftbedarfs dauerhaft auf mindestens 15 m³/h abgesenkt werden oder im regelmäßigen Intervallbetrieb im Tagesmittel 15 m³/h nicht unterschreiten (maximale Abschaltdauer 1 Stunde) oder in Zeiten geringen Luftbedarfs bei normaler Nutzung und gutem Wärmeschutz (mindestens WSchVO 1995) auf 0 m³/h reduziert werden, wenn nach dem Abschalten noch ein Luftvolumen von 15 m³ abgeführt wird.
Die Anforderungen dieser baurechtlich verbindlichen Norm zur ventilatorgestützten Entlüftung sind durch die parallele Aktualisierung der Normen in der Regel gut vereinbar mit den Anforderungen an eine vollwertige Wohnungslüftung nach DIN 1946-6. Zu beachten ist allerdings, dass eine luftdichte Ausführung der Gebäudehülle entsprechend den Anforderungen der EnEV oder gar weiter gehender Anforderungen wie an das Passivhaus, nach DIN 18017-3 bzw. DIN 1946-6 eine sorgfältige Planung der Luftnachströmung und damit der Dimensionierung von Außenluft- und Überströmdurchlässen erfordert.
Die DIN 18017-3:2020-05 gilt für Entlüftungsanlagen mit Ventilatoren zur Lüftung von Bädern und Toilettenräumen ohne Außenfenster in Wohnungen und in ähnlichen Aufenthaltsbereichen (z. B. Wohneinheiten in Hotels, andere Räume innerhalb von Wohnungen [z. B. Küchen oder Bäder mit Fenster, Kochnischen, Abstellräume]) können ebenfalls über Anlagen nach dieser Norm entlüftet werden. Die Norm setzt voraus, dass ein dem Abluftvolumenstrom ausreichend Außenluftstrom über Undichtheiten in der Gebäudehülle und evtl vorhandenen Außenbauteil-Luftdurchlässen, vom Freien über die Wohn- und Aufenthaltsräume bzw. über eine Zuluftleitung direkt in die Ablufträume nachströmen kann.
Die Norm gilt nicht für Entlüftungsanlagen mit denen mehr als die doppelten, planmäßigen Mindest-Abluftvolumenströme gefördert werden. Die Lüftung von fensterlosen Küchen ist nicht Gegenstand der Norm. Für die Lüftung von Küchen ohne Fenster sind die Forderungen der Bauaufsichtlichen Richtlinie über die Lüftung fensterloser Küchen, Bäder und Toilettenräume in Wohnungen zu beachten. Die vorliegende Neuausgabe berücksichtigt die aktuellen Entwicklungen, vor allem in Bezug auf die Überarbeitung der DIN 1946-6:2019-12. Die Nachströmung der Außenluft vom Freien in die Wohn- und Aufenthaltsräume wurde dem heute gegebenen Stand an die Dichtheit der Gebäudehülle angepasst. Dazu wurde das in DIN 1946-6 beschriebene Verfahren zugrunde gelegt. Es wurde ein Anhang C mit Visualisierungen der Mindest-Abluftvolumenströme aufgenommen.

DIN 18017-3:2019-03 - Lüftung von Bädern und Toilettenräumen ohne Außenfenster - Teil 3: Lüftung mit Ventilatoren
Planungshinweise für zentrale Abluftsysteme nach DIN 18017-3 - 11-2020
Praktischer Leitfaden für die dezentrale Entlüftunggemäß DIN 18017-3 - Elektroapparate-Fabrik GmbH
Fragen und Antworten zur DIN 18017-3:2020-05 - Anton Höß - Fachintsitut Gebäude-Klima e.V.

 
 
Dezentrale Anlagen können nicht nur für einen Raum, sondern auch für eine Wohneinheit eingesetzt werden. Sie unterscheiden sich dadurch, dass bei diesen Anlagen kein Zentralgerät und keine Lüftungskanäle benötigt werden.
Quelle: ClimaRad B.V.
Quelle: Meltem Wärmerückgewinnung GmbH & Co. KG
Einzelraumgeräte werden in die Fensterbrüstung (Ventilatorkonvektoren) oder in die Außenwand eingebaut. Diese Gerät führen dem Raum gefilterte Außenluft zu, die über einen Wärmerückgewinnungwärmetauscher von der Fortluft vorgewärmt wird.
Diese Geräte können ohne große bauliche Maßnahmen durch zwei Mauerdurchbrüche (bei einigen auch nur einer) eingesetzt werden. Eine Luftführung im Hause ist nicht erforderlich. Deshalb eignen sie sich besonders für den Einbau in Bestandanlagen.
Die meisten Geräte können über eine Infrarot-Fernbedienung mehrere Grundprogramme eingestellt werden. Dadurch ist eine bedarfsgerechte Steuerung von Feuchte, CO2, Zeiten und Temperaturen sowie eine  Außen- und Fortluftsteuerung (Sommerbetrieb) möglich.
Vorteile
  •  Keine Luftleitungen erforderlich
  •  Nachrüstungsmöglichkeit für einzelne Räume
  •  Mehrstufiger Betrieb
  •  Kostengünstig (bei Einzeleinsatz z.B. im Schlafzimmer)
  •  Relativ hoher Komfort
  •  Hohe Filterstufe möglich
  •  die Undichtheiten in der Gebäudehülle sind weniger relevant für eine Beeinflussung der Anlagenfunktion
Nachteile
  •  Bei einigen Geräten - Schall (vom Gerät bzw. von Außen)
  •  Mangelhafte Raumdurchströmung
  •  Positionsmöglichkeit der Außenluftfassung kaum wählbar
  •  Kondensatablauf pro Raum
  •  Höherer Wartungsaufwand
  •  Luftmengen bzw. Lüftungsverluste höher als bei wohnungsweiser Lösung
  •  Höherer Strombedarf (mehr Geräte und höherer Luftwechsel)
 
 
Der Thermo-Lüfter wird zur Be- und Entlüftung von Wohnräumen in Außenwände (24 bis 46 cm [Fertigmaß inkl. Putz]) eingebaut. Das Lüftungssystem Thermo-Lüfter eignet sich besonders für die Modernisierung von Altbauten, denn dezentrale Lüftungssysteme benötigen keine Kanalsysteme.
Quelle: Ltm GmbH
Ein Thermo-Lüfter kann ca. 25 - 30 m2 Wohnfläche belüften. Die Lüfter sollten nur in Wohnräumen (Wohn-, Schlaf und Kinderzimmer) eingesetzt werden. Dafür spricht der geringe Geräuschpegel (in Stufe 1 kleiner als 21 dB(A) und der geringe Stromverbrauch. Bei einem Dauerbetrieb (8760 Stunden pro Jahr) in der Grundlüftung bei Stufe 1 betragen die Kosten nur ca. 6 €/a. Die Leistungsaufnahme in Stufe 1 beträgt nur 5 Watt.
Durch die permanent wechselnde Laufrichtung wird der Taupunkt bei typischen Wohnraumtemperaturen und Wohnraumfeuchten dauerhaft nicht unterschritten, dass ein Kondensatablauf nicht notwendig ist. Unter bestimmten Umständen wird die Außenluft bzw. Zuluft befeuchtet.
Der Eigengeräuschpegel von kleiner als 21 dB(A) in der Grundlüftungsstufe ist mehr als halb so leise wie dieser Grenzwert nach DIN 4109 (in der Nachts bei 25 dB(A)) es zulässt.
Damit keine Außengeräusche übertragen bzw. diexse gemindert werden, wird eine Schalldämmung in das Gerät eingebracht und eine Außenhaube mit zusätzlicher integrierter Schalldämmung verbessert den Schalldurchgang um mehr als die Hälfte.
Zur effektiven Betriebsweise arbeiten die LTM Thermo-Lüfter paarweise im Gegentakt.
Für Küchen und Nassräume wird eine Abluft-Lüftung durch Dunstabzughauben und Fortluftventilatoren empfohlen.
Zur Einberechnung nach EnEV mit Wärmebereitstellungsgrad >= 80 %.
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Funktion des Thermo-Lüfters
Quelle: LTM GmbH
Quelle: Helios Ventilatoren GmbH + Co KG
Besonders bei der Renovierung von Altbauten bieten sich Wandeinbaugeräte an. Hier kann z. B. EcoVent. eine energiesparende Lüftung mit Wärmerückgewinnung und EC-Technik für Einzelräume, eingesetzt werden, um die bestehende Gebäudesubstanzen im Zuge einer Renovierung auf den gesetzlich geforderten EnEV-Standard zu bringen.

Ein großflächig dimensionierter Aluminium-Plattenwärmetauscher mit einem Wärmerückgewinnungsgrad von über 70 % hilft außerdem Energie einzusparen. Die Verbindung zur Außenluft erfolgt durch eine Kernbohrung in der Außenwand, in die die Wandhülse eingeschoben wird.

Die Leistungsregelung wird über ein Bedienelement vorgenommen. Dabei ist ein 4-stufiger Betrieb sowie 100 % Zuluft- oder 100 % Abluftbetrieb und Ein/Aus einstellbar. Eine Filterverschmutzungsanzeige mit Resetknopf. Störmeldung bei Motorausfall sowie ein Steckanschluss für die Ansteuerung durch Hygrostat oder Zeitschaltuhr sind weitere Servicemöglichkeiten.

Zwei effiziente Luftfilter aus elektrostatisch mikroreplizierendem Material der Klasse G4 im Zu-und Außenluftstrom garantieren beste Luftreinheit. Optional ist ein Pollenfilter (F7) einsetzbar.
 
 

Lüftungsfenster
GENEO INOVENT - RAU-FIPRO
Quelle: REHAU AG + Co

 

 

Fensterfalzlüfter (ohne KWL) können als unkontrollierte Lüftung bezeichnet werden, weil hier der Windanfall und die Temperaturdifferenz eine ausschlaggebende Rolle spielt. Mit Fensterfalzlüfter alleine ohne unterstützende Lüftung (Fensterlüftung oder mechanische Systeme) kann der hygienische Mindestluftwechsel nicht sichergestellt werden. Hier stellt sich auch die Frage, warum auf der einen Seite die Fenster superdicht ausgeführt werden und auf der anderen Seite die Fenster wieder "undicht" gemacht werden.
Bei dem Fenster mit integriertem Lüftungssystem und Wärmerückgewinnung (WRG) wird die Wärme der Abluft bzw. Fortluft genutzt, um die Temperatur der gefilterten Außenluft bzw. Zuluft zu erhöhen. Bei dem Aufbau des Lüftungsfensters wird zwischen einer 2-Strang Version (Lüftung über beide vertikale Blendrahmen) und 1-Strang Version (Lüftung nur über einen vertikalen Blendrahmen) unterschieden. Die Bedienung der verbrauchsarmen und leise laufenden Ventilatoren mit DC-Technologie erfolgt an der Bedieneinheit des Lüftungsfensters.
Ein derartiges System (Dezentrale Wohnungslüftung) bietet sich besonders dann an, wenn bei einer Sanierung auch die Fenster ausgetauscht werden sollen.

Der gleichzeitige Betrieb von Lüftungssystemen und Feuerstätten (z. B. Kamin, Kachelofen, Gastherme) unterliegt besonderen Anforderungen.

 
 
Dezentrales Lüftungsgerät freeAir 100 - Einbauzeichnungen
Modul BluHome Connect
Quelle: bluMartin GmbH

Dezentrale Wohnraumlüftung freeAir
Das freeAir-System (gesteuerte Kaskadenlüftung) kombiniert die Vorteile einer dezentralen und zentralen Lüftung. Es besteht aus einem Außenwand-Lüftungsgerät freeAir 100, Abluftleitungen und aktiven Überströmer freeAir plus. Das System ist für den Neubau und einer Nachrüstung bzw. Sanierung für Ein- oder Zweizimmerwohnungen eine sog. Bedarfslüftung mit einer Wärmerückgewinnung (Gegenstromwärmetauscher [Wärmebereitstellungsgrad 87 % nach EN13141-8]). Über das Lüftungsgerät können auch größere Wohnungen mit bis zu vier weitere Räume mit Außenluft versorgt werden. Ablufträume (z. B. das Bad) können über Luftleitungen an das Außenwandgerät angeschlossen werden.

Mit diesem System muss nicht in jedem Raum eines Hauses oder einer Wohnung ein eigenes Wandgerät eingesetzt werden.

Das Lüftungsgerät freeAir 100 wird direkt in der Außenwand des Wohnraums eingebaut. 8 Sensoren erkennen die Luftqualität im Raum und steuern aufgrund der gemessenen Werte die Luftmengen und den Wärmeeintrag. Die 8 Sensoren messen u. a. die Temperatur, den Feuchtegehalt und die CO2-Konzentration in der Raumluft und auch in der Außenluft. Ein intelligentes Feuchtemanagement verhindert zu trockene und zu feuchte Luft. Durch die Sensorsteuerung liegt die relative Luftfeuchte bei allen ausgewerteten Wohnungen stets zwischen 30 % und 60 %. Alle Sensoren befinden sich im Lüftungsgerät. Dadurch ist ein Verlegen von Sensorleitungen nicht erforderlich. Der Zuluftsstrom und die Abluft werden automatisch und exakt nach Bedarf geregelt. Mit diesem Feuchtemanagement wird den Anforderungen der DIN 1946-6 zum Feuchteschutz entsprochen.

Über die aktiven Überströmer (freeAir plus) dieser gesteuerten Kaskadenlüftung können Zulufträume ganz ohne Lüftungsleitungen in die Wohnraumlüftung einbunden werden. Die Wohnräume werden zunächst über das bedarfsgeführte Außenwand-Lüftungsgerät Free-Air 100 mit Außenluft versorgt. Der Überströmer vergleicht dann mithilfe von Temperatur-, Feuchte und VOC-Sensoren die Luftqualität des jeweils angeschlossenen Raumes (z. B. Schlafzimmer) mit der des Außenluftraumes (i.d.R. Wohnzimmer) und sorgt zum richtigen Zeitpunkt für die Weiterleitung der Raumluft. Durch die Sensorsteuerung wird die Lüftung dem tatsächlichen Bedarf angepasst. Wenn der angeschlossene Raum tagsüber ungenutzt ist, wird die Lüftung auf ein Minimum reduziert Nimmt die Luftqualität ab, erhöht der Überströmer ganz automatisch den Luftwechsel.

Die Bedarfsführung durch eine intelligente Steuerung der Luftfeuchte über Feuchtesensoren innen und außen. Die langjährige Praxis zeigt, dass sich die Luftfeuchte durch die optimierte Software-Steuerung im gesundheitlich optimalen Bereich zwischen 40 und 60 % bewegt. Studien belegen, dass das die Abwehrkräfte gegen Atemwegserkrankungen stärkt und die Hautbarriere schützt. Hinzu kommen die effektiven Zuluftfilter Protect plus der Filterklasse ePM 1 mit einem Abscheidegrad von 60 %, die Pollen, Feinstaub und Insekten fernhalten. Die innovativen Zwei-Stufen-Filter haben eine verlängerte typische Standzeit von einem Jahr und sind dank Nanotechnologie besonders wirksam.

Das Lüftungsgerät FreeAir 100 kann über das Modul BluHome Connect mit der Gebäudetechnik vernetzt werden Das Gateway unterstützt die Standards KNX, BACnet, Modbus und RS-23.

Das freeAir-System ist für den Einsatz in Passivhäusern zertifiziert. Die Energieeffizienz ist mit A+ angegeben und ist förderfähig.

Dezentrale Wohnungslüftung freeAir - bluMartin GmbH

Bedarfsgeführte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung - Referenzen - bluMartin GmbH

Dezentrale Lüftung als Teil des Netzwerks - Johannes Laible für bluMartin GmbH

Dezentrales Lüftungsgerät freeAir 100 -
Einbauzeichnungen

Wohnungszentrale Lüftung freeAir ohne Zuluftleitungen - Video

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Planungsbeispiel 2-Zimmer-Wohnung mit einem Lüftungsgerät freeAir 100 und einem aktiven Überströmer freeAir plus
Quelle: bluMartin GmbH
 
 
Hybridlüftung

Die Hybridlüftung ist eine Kombination aus einer Freien Lüftung (Freie Lüftungssysteme) und der ventilatorgestützten Lüftung (Abluftanlage) und wird hauptsächlich zur Verbesserung der vorhandenen Freien Lüftung in Mehrfamilienhäusern eingeplant. Hier wird ein speziell konzipierter Niederdruckventilator eingesetzt, der den Lüftungsschacht permanent im Unterdruck hält. Die mechanische Unterstützung der freien Lüftung wird nur genutzt, wenn der thermische Auftrieb nicht ausreicht, um den benötigten Volumenstrom zu garantieren. Der Ventilator wird selbstständig zugeschaltet (der Betrieb erfolgt durch einen Temperatursensor).
Über feuchtegeregelte Zuluftelemente strömt die frische Luft (Außenluft) in die Wohnräume (Wohn- und Schlafzimmer). In den Ablufträumen (Bad, Küche und WC) wird die verbrauchte Luft über feuchtegeregelte Abluftelemente abgesaugt. Diese Komponenten ermöglichen es, den Volumenstrom in Abhängigkeit zur relativen Luftfeuchte zu kontrollieren.

Hybridlüftungsschema - HR-Vent
Quelle: Aereco GmbH
Die Außenluftzufuhr erfolgt über in der Außenwand oder in den Fenstern der Wohnräume angebrachten feuchtegeregelten Zuluftelemente (1). Die Raumluft wird in den Sanitärräumen (Bad, WC) durch feuchtegeregelte Abluftelemente (2) und einen kombinierten Abluft/Abgas-Verbundschacht in der Küche (3) abgesaugt. Ein Niederdruckventilator befindet sich im Schachtkopf (4) und sorgt für einen permamenten Betrieb der Anlage. Die thermostatische Sonde (5) steuert die Ventilatoren in Abhängigkeit von der Außentemperatur.
Mit der Hybridlüftung sollen die Vorteile der einfachsten Wartung, der Energieeinsparung, der akustischen und lufttechnischen Leistungen unter Berücksichtigung der freien Lüftung mit den Volumenströmen der ventilatorgestützen Lüftung (zonen- und raumweise Lastanpassung – Einzelraumregelung).erreicht werden. 

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Planung lüftungstechnischer Maßnahmen nach neuer DIN 1946-6:2009-05 - Teil 1Teil 2
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