Etagenheizung

Geschichte der Sanitär-, Heizungs-, Klima- und Solartechnik
Abkürzungen im SHK-Handwerk
Bosy-online-ABC

Bei einer Etagenheizung befindet sich der Wärmeerzeuger (Festbrennstoff-, Öl- oder Gas-Kessel, Wärmepumpe) auf der gleichen Ebene mit den Heizflächen. Sind z. B. in Wohngebäuden zwei Wohnungen auf einer Etage, so hat normalerweise jede Wohnung ein eigenes Heizungssystem.

Ältere (50er- 60er-Jahre) Etagenheizungen mit Kohle- oder Holzkessel wurden als offene Anlagen mit einer oberen Verteilung als Schwerkraftheizung gebaut. Hier waren die Rohrweiten ziemlich groß. Kessel bzw. Kamineinsätze für Festbrennstoffe (Scheitholz, Holzpellets) werde auch heute wieder eingesetzt. Kessel mit Ölgebläsebrenner kamen selten zum Einsatz, obwohl es Heiztruhen für den Kücheneinbau gab. Nur war die Geräuschentwicklung doch ein wenig störend.

Was ist eine Etagenheizung?
Vaillant Deutschland GmbH & Co. KG
Etagenheizung: Funktionsweise, Kosten und Unterschiede zur Zentralheizung
Christoph Schade, uniDomo GmbH & Co. KG

Alle Wärmeerzeuger für Etagenheizungen sind so gennannte Kompaktgeräte, in denen alle für die Sicherheit (z. B. Sicherheitsventil, MAG, TAS) und den Betrieb (z. B. Regelung, Pumpe) der Anlafge notwendigen Bauteile am Gerät vorhanden sind.

Ende der 60er bzw. Anfang der 70er-Jahre wurden Neuanlagen und alte Anlagen mit den zunehmend aufkommenden Gas-Umlaufwassergeräten (Heizthermen - Zwanglaufwärmeerzeuger) gebaut bzw. saniert. Da diese Geräte eine Umwälzpumpe haben, konnten die Rohrleitungen mit erheblich kleineren Rohrweiten gebaut werden. Alte Anlagen, die umgebaut wurden, behielten in der Regel die alten Rohrleitungen. Hier mussten nur die Heizkörperventile ersetzt werden, da es sich um Schwerkraftventile handelte.

Mit diesen Gasgeräten (Kombi-Thermen) konnte auch Trinkwasser erwärmt werden, was aber meistens nur für eine Zapfstelle ausreichte und nur im Vorrangbetrieb (Heizung aus - Warmwasser-erwärmung an) möglich war. In größeren Wohnungen wurden deshalb reine Heizgeräte eingebaut und die Trinkwassererwärmung wurde durch Gas-Warmwasserthermen, die in der Nähe der Zapfstellen installiert wurden.

Heutzutage werden diese Anlagen mit bei- oder untergestellten Warmwasserspeichern gebaut. Außerdem handelt es sich bei den Gasgeräten um Brennwertgeräte, die aus den kondensierenden Abgasen noch Wärme entziehen und an ein Luft-Abgas-Sytem angeschlossen werden. Hier liegt auch der Grund für den zunehmenden Einbau von Fußbodenheizungen, die mit sehr niedrigen Systemtemperaturen betrieben werden, was der Brennwerttechnik entgegen kommt.

Die Geräte werden meistens im Flur, im Bad oder in der Küche an einer Wand installiert. Da diese Räume in der Regel klein sind und die alten Geräte genügend Verbrennungluft benötigen, musste ein Verbrennungsluftverbund (Schlitze bzw. Gitter in den Türen zu den angrenzenden Räumen) hergestellt werden. Durch die zunehmend luftdichte Bauweise oder dem Austausch der Fenster ist ein Nachströmen der Außenluft nicht mehr gewährleistet. Deshalb werden zunehmend Brennwertgeräte mit Luft-Abgas-System eingebaut, die keinen Luftverbund benötigen. So wird zusätzlich Energie gespart, weil keine erwärmte Raumluft als Verbrennungsluft gebraucht wird.

Das Rohrleitungssystem einer Etagenheizung kann als Zweirohrheizung oder Einrohrheizung ausgelegt werden. Wobei Einrohrheizungen nur noch selten in Neubauten eingesetzt werden, weil die Rohre nicht sichtbar verlegt werden müssen. Zweirohrheizungen können je nach den Räumlichkeiten ringförmig oder sternförmig ausgeführt werden. Ob ein Tichelmann-System sinnvoll ist, muss der Planer entscheiden.


3-Wege-Ventil mit eingebauter Bypass-Steuerung
Quelle: IMI Hydronic Engineering - Heimeier

Besonders in Heizkörperanlagen, die mit einer zu hoch eingestellten Heizkurve und starken Pumpen betrieben werden, sollten grundsätzlich differenzdruckgeregelte bzw. selbstregendelde Pumpen, die auch weniger Strom verbrauchen, eingesetzt werden. Bei dieser Pumpentechnik ändert sich die Pumpenkennlinie über die Verstellung der Drehzahl.
Bei einer älteren Etagenheizung mit einer Gastherme sorgt ein spezielles Überströmventil oder ein 3-Wege-Ventil mit eingebauter Bypass-Steuerung am letzen Heizkörper dafür, dass an den Heizkörpern im Heizkreis immer sofort warmes Wasser ankommt und der Mindestvolumenstrom gewährleistet ist.
Dieser Fall tritt auf, wenn im angeschlossenen Heizkreis keine oder nur wenig Heizleistung gebraucht wird. Dies kann vorkommen, wenn die Ventile aufgrund von Fremdwärme (Sonneneinstrahlung, interne Wärmequellen [elektrische Geräte, Kaminofen, viele Personen], zu hohe Vorlauftemperatur) schließen oder von Hand abgestellt werden. Daneben mindert das Überströmventil oder 3-Wege-Ventil die oft lästigen Drossel- bzw. Stömungsgeräusche und Heizungsgeräusche von Thermostatventilen und Rohrleitungen. Außerdem werden mögliche Dampfblasenbildungen und damit Kavitationsschäden am Pumpenlaufrad verhindert.
Heutzutage sollten Überströmventile der Vergangenheit angehören oder wenigstens richtig eingesetzt werden

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Etagen-Wärmepumpe

Zunehmend werden wohl bei der Heizungssanierung der bestehenden Etagenwohnungen mit Gasheizungen die Frage auftreten, welchen Wärmeerzeuger sollen in der Zukunft die Wohnung erwärmen. Hier bieten sich auf der einen Seite ei neues Gasgerät an, weil nach dem Gebäudemodernisiergsgesetz (GMG ehemals GEG) an, weil diese weiterhin eingebaut werden dürfen. Auf der anderen Seite bietet sich der Einsatz einer Wärmepumpe an. Diese gibt es in zwei verschiedenen Arten (Luft-Wasser-Wärmepumpen und Luft-Luft-Wärmepumpen), die auf dem Balkon, an der Außenwand oder auf dem Dach montiert werden können.
Alternative Möglichkeiten sind, zentrale Wärmepumpen mit dezentralen Wohnungsstationen und Etagen-Wärmepumpen mit anderen Wärmequellen und zusätzlichen Funktionen(Einbindung von Photovoltaik, Solarthermie, Blockheizkraftwerk, Nahwärme oder Fernwärme bzw. Nahkälte oder Fernkälte). Bei Abluftwärmepumpen ist keine Außeneinheit nötig (Monoblock).


Etagen-Wärmepumpe HeatPump23
(Innen- und Außeneinheit)

Quelle: HeatPump23 GmbH

Die ersten Etagen-Wärmepumpen (Luft-Wasser-Wärmepumpen) von HeatPump23 wurden Anfang 2025 in verschiedenen Bestandswohnungen verbaut und sind seitdem erfolgreich im Einsatz. Der Betrieb läuft stabil und zuverlässig. In den ausgewerteten Fällen lagen die laufenden Betriebskosten im Durchschnitt rund 20 % - 25 % unter denen der bisherigen Gasetagenheizungen.
HeatPump23 bietet zwei Geräte (Heizleistungsbereich min–max (A7/W35) kW 2,76 – 6,0 und 4,37 – 9,5) für Wohnungen mit 35 bis 120 m² an.


Gasetagenheizung für Heizung durch eine moderne Etagen-Wärmepumpe ersetzen
Die Etagen-Wärmepumpe für deine Wohnung
HeatPump23 GmbH
Die smarte Etagen-Wärmepumpe von Heat Pump 23
ECO-Marca

Vor- und Nachteile von Etagen-Wärmepumpen
Vorteile
• keine großen Umbauten im gesamten Gebäude nötig
• laufende Kosten mit Wärmepumpe niedriger als mit Gasheizung
• Wechsel im Altbau in ein bis drei Tagen machbar
• kompakte Geräte nicht größer als Gas-Etagenheizung
• laufende Kosten mit Wärmepumpe niedriger als mit Gasheizung
• schrittweise Modernisierung möglich – Wohnung für Wohnung
• zusätzliche Kühlfunktion (besonders bei Luft-Luft-Wärmepumpen)
• Temperaturregelung und individuelle Abrechnung pro Wohnung
Nachteile
• Effizienz geringer als bei gemeinsamer Wärmepumpe (höhere laufende Kosten)
• störende Geräusche durch Wärmepumpen-Verdichter und Außeneinheit möglich
• störende/r Optik/Standort für mögliche Außeneinheit (nicht bei Abluftwärmepumpe)
• bei Luft-Luft-Wärmepumpe zusätzliche Heizgeräte für Bäder und Warmwasserbereitung nötig
• überschaubares Angebot an Herstellern, Installateuren und Erfahrungen.

• Rückbau der Gas- und Abgasleitungen.

Eine rechtliche Hürde für Etagen-Wärmepumpen gibt es bei Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG). Für das Ersetzen einer vorhandenen Gas-Etagenheizung durch eine neue ist keine Zustimmung nötig – für eine Etagen-Wärmepumpe dagegen schon. Denn für die Außeneinheit muss am Gemeinschaftseigentum (zum Beispiel an Fassade oder Dach) gearbeitet werden. Das geht nur mit Zustimmung der Eigentümergemeinschaft. Es genügt jedoch eine einfache Mehrheit – und eine Anfechtung ist nur wegen unbilliger Benachteiligung anderer Eigentümer*innen möglich, nicht wegen optischer/ästhetischer Gründe.
Denkmalschutz oder Gestaltungssatzungen können ebenfalls eine rechtliche Hürde darstellen – auch wenn der Heizungstausch als privilegierte Maßnahme gilt und damit in der Regel einfacher durchzusetzen ist als andere Maßnahmen. Da die Außeneinheit für eine Etagen-Wärmepumpe an verschiedenen Stellen des Gebäudes angebracht werden kann, sollte für die meisten Fälle eine Lösung zu finden sein. Zu bedenken ist auch, dass ausreichend Abstand zu benachbarten Grundstücken oder Gebäuden einzuhalten ist. Je nach Schallgrenzwerten oder anderen Vorgaben des jeweiligen Bundeslands kann auch eine Schallberechnung vorgeschrieben sein.
In Etagen-Wärmepumpen kommen unterschiedliche Kältemittel zum Einsatz: etwa Propan (R290) oder Difluormethan (R32). Ab dem Jahr 2027 dürfen nur noch besonders umweltfreundliche Kältemittel verwendet werden. R32 zählt nicht dazu. Deswegen dürfen R32-Wärmepumpen ab dann nicht mehr neu installiert, aber weiterhin genutzt werden.
Quelle: Jens Hakenes, co2online gemeinnützige Beratungsgesellschaft mbH

Die Etagen-Wärmepumpe für deine Wohnung
HeatPump23 GmbH
Etagenwärmepumpe: Wärmepumpe statt Gasetagenheizung
Jens Hakenes, co2online gemeinnützige Beratungsgesellschaft mbH
Von der Gas-Etagenheizung zur Wärmepumpe
Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena)
Wärmepumpe mit Wohnungsstationen statt Etagenheizung
WOLF GmbH
Etagenheizung – Kosten und Funktion im Überblick
Lina Strauss, be Around GmbH

Aufstellung einer Wärmepumpe

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Tichelmann-System

Merkblatt - Schlitze und Aussparungen

Arbeitstechniken Rohr
Rohrnetzberechnung - Arbeitsblatt
Rohrdämmung
Rohrdämmung nach der EnEV 2009
Rohrgewindeverbindung
Rohrverschraubungsarten
Rohrbefestigungen
Rohrbruch- und Leckortung
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Rohrleitungssysteme
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